Emmy The Great – Virtue

Emma-Lee Moss steht hinter dem Namen Emmy The Great und veröffentlichte vor wenigen Tagen Ihre zweite Platte ‚ Virtue ‚ über Bmg Rights Management (rough trade). Ihr Debüt ‚ First Love ‚ erführ großen Anklang, danach wurde die junge Sängerin von Ihrem Verlobten verlassen, der einer religiösen Berufung folgen „musste“ und herausgekommen ist nun im Jahr 2011 ein neues Album über die Mythologie, Märchen und biblische Geschichten von Liebe, Verlust und anderen Dingen. Vielseitig zusammengesetzt, erklärt doch Ihr Song ‚ Trellick Tower ‚ am Besten Ihre missliche Lage, währen der Rest durchaus gut geschrieben und sorgfältig produziert wurde. ‚ Virtue ‚ äußert selten Optimismus und konzentriert sich mehr auf eine reich produzierte Akustik, die das Album mit den notwendigen Sinn für Innerlichkeit und Nüchternheit verschönert. „Power stations shiver, and they weep / Bleed onto the fields and kill the wheat / Sea of clouds is billowing in heat / Harvest comes and babies born with teeth / And skin is peeling off of us in sheets / I think I see the future when I sleep“, ,heißt es im Eröffnungsstück ‚ Dinosaur Sex ‚ und beginnt damit buchstäblich mit einem Misston. ‚ A Woman, A Woman, A Century of Sleep ‚ ist eine klassische feministische Parabel, die Erzählerin so in ihrer Rolle als Partnerin subsumiert, dass sie ihre eigene Identität zu verlieren scheint: „While you are out making a life for us / I will stay and watch the days go past / And I’ll see how the plants advance / And they turn on what they know.” Doch das Selbstmitleid schwindet und Moss taucht in eine schimmernden Intensität: „But I know that I believe / In whatever makes you pleased / In whatever brings you joy from me.” ‚ Iris ‚ ist eine simple Basslinie, erbaut auf militaristischen Trommeln und einem aufbauenden Crescendo. Der Song ist eingängig und fröhlich in gleichem Maße und dient als gesunde Mahnung, dass ‚ Virtue ‚ nicht unbedingt als reine melancholische Platte angesehen werden sollte. Die schöne ‚ Exit Night / Juliet ’s Theme ‚ befasst sich mit einer anderen Art von Verlust, “a country made of telegrams and tailcoats and nobody to grieve it.“ Und diese Sehnsucht nach einer fernen Vergangenheit (oder auch nicht so weit entfernt, je nach Perspektive) führt uns wiederum zu den bisher besten Textpassagen von Moss: “The sun is getting lower, then the highway marks the graves / And the taillights they circle like the roses of an infinite bouquet,” sing sie, bevor sich Emma in einem beunruhigenden Refrain verliert: “The wind is up, it’s out collecting lives / An exit night is coming through.” Aber egal, wie düster die Geschichten auch sein mögen, die leuchtende Stimme erzeugt Helligkeit, Zuversicht und zugleich die ergreifende Gewissheit, dass manchmal die aufkeimenden Gefühle nicht völlig verwirrend, haltlos und verloren sind, sondern auch einen seltsamen und unverwechselbaren Anlass zum Optimismus geben können.