Pet Shop Boys – Hotspot

Die neue Platte „Hotspot“ der Pet Shop Boys beginnt auf einem Höhepunkt mit „Will-O-The-Wisp“ und erinnert ohne Umschweife daran, wie eingebettet die Pet Shop Boys in der britischen Popkultur sind. Es ist ein Dance-Pop-Stück über eine zufällige Begegnung mit einer alten Flamme – man denke dabei an The Pop Kids Pt. II. Es ist alles ein Monolog, kein Dialog, während unser Protagonist an vergangene Jahre erinnert und sich fragt, wie das Leben heutzutage ist („maybe you’ve gone respectable / with a wife and job and all that / working for the local government / and living in a rented flat”). Dazu gibt es einen ansteckender Synthesizer, der das i-Tüpfelchen setzt. Aufgenommen in Berlin’s legendären Hansa Studios, sieht man das renommierte Duo mit dem 14. Album fest in ihrem Element und liefert knackige Electro-Pop-Beschwörungen, verschrobene Dance Banger und melodische Juwelen, sowohl sonnig als auch stürmisch. 

Es geht weiter mit „Happy People“, ein erfreuliches Stück Vintage-House. Klavierstiche prallen von synchronisierten Bass-Riffs ab, während der Drumcomputer die Dinge vorantreibt. Leider sehen wir in der zweiten Hälfte „Monkey Business“, dass in der Disco nach einer Melodie sucht, die nur ungewöhnlich albern klingt. Aber es funkelt im Anschluss mit „Only The Dark“ ein 80er-Jahre-Glanz, der so umwerfend ist, dass er praktisch wie eine Retrowelle wirkt, gepaart mit perfektem Songwriting. Auch das mit Disco-Treibstoff betriebene „Dreamland“ funktioniert hervorragend in Zusammenarbeit mit Olly Alexander von Years & Years, dass einen subtilen Protest hinzufügt: “You don’t need a visa/ You can come and go and still be here.”

Zum Abschluss läuten in „Wedding in Berlin“ die Glocken, ein Jubiläum der gleichgeschlechtlichen Ehe und zugleich ein Ausdruck der Hoffnung für die Zukunft. Letztlich gibt es nur ein paar leichte Stolpersteine auf einem Album, das einige der bisher schönsten Melodien der Pet Shop Boys enthält.