DIANA ROSS Workin’ Overtime
WORKIN’ OVERTIME von DIANA ROSS ist ein Album, das zwar Mut und Experimentierfreude zeigt, aber letztlich daran scheitert, das Vermächtnis einer der größten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts angemessen fortzuführen.
Diana Ross, eine der prägendsten Ikonen der Musikgeschichte, wagt mit „Workin’ Overtime“ einen Sprung in die New Jack Swing-Ära. Das Album, produziert von Nile Rodgers, soll die legendäre Sängerin in einer modernen Klanglandschaft positionieren, die von Künstlern wie Janet Jackson und Bobby Brown geprägt wurde. Trotz ambitionierter Ansätze und Ross’ gewohnt kraftvoller Darbietung scheiterte das Album jedoch daran, ihre einzigartige Präsenz mit dem neuen Stil überzeugend zu verschmelzen.
Der Titelsong „Workin’ Overtime“ eröffnet das Album mit funkigen Beats und synthetischen Rhythmen, die charakteristisch für den New Jack Swing sind. Ross’ Stimme wirkt engagiert, aber die Produktion ist überladen, was den Song eher chaotisch als eingängig erscheinen lässt. Der Versuch, jugendlich und modern zu klingen, wird hier allzu offensichtlich und geht zu Lasten der Authentizität. „Say We Can“ bietet eine leichte Abwechslung mit einem Midtempo-Groove, doch der Song bleibt letztlich blass.
„Take the Bitter with the Sweet“ ist ein weiterer Versuch, sich in der aktuellen Poplandschaft zu behaupten, doch auch hier fehlt es an einem einprägsamen Refrain oder einer besonderen Note, die den Song aus der Masse hebt. Einer der wenigen Momente, die Ross’ künstlerisches Potenzial andeuten, ist „Keep on (Dancin’)“. Der Track kombiniert eine lebendige Energie mit einer nostalgischen Note. Auch „Bottom Line“ hat interessante Ansätze, leidet jedoch unter einer klischeehaften Instrumentierung.
Das größte Problem von „Workin’ Overtime“ ist die Diskrepanz zwischen Diana Ross’ künstlerischer Identität und der stilistischen Richtung des Albums. Die New Jack Swing-Produktion wirkt oft gezwungen und übertrifft nie die Werke jener Künstler, die das Genre definiert haben. Obwohl Ross bewundernswert versucht, sich in eine neue Ära einzufügen, verliert sie dabei ihren unverwechselbaren Charme und ihre Eleganz.
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