Department M – Department M

Zu gewohnter Zeit im Dezember werden seriöse Veröffentlichungen meist sehr knapp, bereiten sich doch die meisten Künstler und deren Labels auf den ersten Monat im neuen Jahr vor. Aber ein paar winterfeste Platten lassen sich dann doch nach einigen Stöbereien entdecken und diese sind wiederum meist lyrisch, wie auch musikalisch, im höchsten Maße ansprechend und verdienen die Aufmerksamkeit, zwischen der Flutwelle an Compilation und Weihnachtsalben gehört zu werden. Eines dieser besagten Alben ist ‚ Department M ‚ vom gleichnamigen Projekt des Owen Brinley aus Leeds. Und auch wenn man es anfangs kaum glauben möchte, es ist tatsächlich der selbe Mann, der noch im Jahr 2009 mit seinen Grammatics die Welt im Alternative-Rock Bereich eroberte. Department M experimentiert nun mit der Elektronik, webt darum unheimlich, schwebende Melodien zu aggressiven Synth-Bässen und schafft daraus einen schizophrenen, wie auch unwiderstehlichen Klang. Owen erzählte kürzlich, dass der neue Sound größtenteils auf seiner Kindheit zurückzuführen ist: “My dad was a DJ when I was young so my earliest memories of music are skating around at roller discos being blown away hearing tracks like 3AM Eternal by The KLF and electronic pop from Erasure, Depeche Mode and New Order. Department M feels like going back to the very first sounds that caught my ear as a child and reinterpreting them.” Es ist letztlich wie bei vielen anderen Künstlern auch, deren kreative Frustration dazu beigeträgt, sich musikalisch auf neue Experimente einzulassen. Es hat funktioniert. ‚ I’ll Fax You An Apology ‚ als erste Single, driftet beispielsweise zu eindringlichen Gesängen um eine klappernde Elektronik herum, während der dadurch entstehende Raum jede Menge Platz für Reflexionen bietet. Es ist am Ende ein schlankes und konsequent eingreifendes Paket, welches ‚ Department M ‚ als glasklare Vision im üppigen 80er Jahre Stil revitalisiert.