Agent Side Grinder – Irish Recording Tape

Man hätte nach dem minzefarbigen Cover von ‚ Irish Recording Tape ‚ definitv etwas anderes erwartet, als den verstörenden und psychedelischen Opener ‚ Pulse ‚, der uns durch eine tiefschwarze Nacht treibt, gefolgt von verzerrenden Mysterien in schemenhafter Mondscheinoptik. Das nächste Stück ‚ Die To Live ‚ vertreibt zum Glück die aufstoßenden Panikattacken und verliert sich selbst in den nie vergessenen Zeiten der Post Punk-Bands der späten 70er und frühen 80er Jahre. Im Grunde klingt es so, als wäre die Platte vor rund 35 Jahren entstanden. Der Spirit lässt keine Wünsche unerfüllt, ja selbst für Fans des frühen EBM- und Industrial Sound ala DAF, Cábaret Voltaire und Suicide ist etwas dabei.

‚ The Screams ‚ eröffnet mit dunklen Bass-Lines, hypnotisch spielen sich die Rhyhtmen in unsere Köpfe, düster die Stimme von Sänger Kristoffer Grip und eingängig die Melodie. Die Strukturen behalten dabei oftmals eine sehr konsequente Linie, drücken sich enggedrängt aneinander und verleihen den Songs auf ‚ Irish Recording Tape ‚ eine gewisse Monotonie, die jedoch auf seltsame Art und Weise bis zum Ende nur selten langweilig werden will. Differenzierter betrachtet, mit gezielten Blick auf die einzelnen Songs, finden sich dann doch so manche Schwachstellen wie im vierten Track ‚ Blue Streaks ‚, welches einzig mit den spartanisch gesäten Einsatz der Synthies für ein wenig Luft in einem ansonsten stillstehenden Szenarium aufwartet kann. Joy Division ist allgegenwärtig, doch die Qualitäten scheinen bei der Band aus Schweden schlussendlich begrenzt zu sein. Besser wird es im Folgenden mit ‚ Eyes Of The Old ‚ und verhältnismäßig launigen Gitarren, die den Sinn eines kompletten Durchlaufs der Platte erneut zurückholen können. Wie eine endlos rotierende Schraube sucht sich diese Ihren Weg aus der festsitzenden Schlinge. Doch wie schon auf der gesamten Platte erwähnt, sitzen die einzelnen Elemente zu dicht aufeinander, als das sich hier eine Spur aus dem Staub machen könnte.

Agent Side Grinder erfinden auf den acht neuen Songs definitiv nichts neu, aber neben Ihrem verbesserten Songwriting glänzen Sie besonders in den schnelleren Nummern, wie auch im vorletzten Stück, die Melodien gleiten in scheinbarer Freiheit durch traumwandlerische Welten und fast könnte man in diesen Minuten vergessen, das auf ‚ Irish Recording Tape ‚ leider nicht alles so überzeugen konnte.