Demontré – Masculin / Féminin

Als wir diese Band Ende letzten Jahres in unsere Seiten aufnahmen, definierten wir Demontré wie die Nacht und der Tag zusammen, gebündelt in wilden, unerbitterlichen, lauten und aufregenden Liveshows. Es sollten Gedanken der Wirklichkeit werden. Warum sonst sollte die Debüt EP der englischen Herrschaften auf den Namen ‚ Masculin/féminin ‚ hören? Der Titel ist Synonym und wegweisende Richtung in einer Person. Sie gewährt uns tiefe Einblicke in verworrene Hall.- und Klangexperimente, schreit förmlich vor freudiger Erregung und verlangt dabei nur das eine vom Hörer: Ungeteilte Aufmerksamkeit und intime Neigungen zu psychedelischen Abnormalitäten. Demontré machen es vor, zeigen uns auf dem eröffnenden Stück ‚ The Vale Of Health pt. 1 ‚ in welche Hirnwindungen unser Blut strömen muss, damit Takte, Strophen und Melodien einen festen Sinn ergeben. Machen wir es nach und machen wir es richtig, öffnen sich die Tore zu melodiösen Szenarien, einzigartigen Rhythmussektionen und zu Gitarren, deren weitläufiges Klangspektrum noch viele viele Kilometer entfernt wahrgenommen wird. ‚ Brandenburg ‚ war die erste Single von Demontré und bleibt auch ein halbes Jahr später zeitloser Gegenstand einer Geschichte, die auf der letzten Reise von Sänger und Bassist Daniel entstanden ist. ‚ Lorenheim ‚ erscheint auf den ersten Blick wie ein gigantisches Chaos. Alles bricht auf uns herein, Gitarren bringen uns mit Ihren übermächtigen Vibrationen zu Fall und erst das Schlagzeug rettet mit einer straffen Tempoverschärfung die verstörten Seelen unserer Körper. Und irgendwo zwischen den staubverwehten Landschaften erklingen hypnotische Stimmen, die einen schlussendlich doch dazu zwingen die eigenen Füße dem Stillstand auszusetzen. ‚ Wholly Communion ‚ bedient sich ähnlichen stilistischen Mitteln, während ‚ White Feather Letter ‚ im Sinne von Demontré eine beruhigende Wirkung auf den Hörer übertragen kann. Und ab diesem Moment bleiben Handlungsstränge nicht länger ein undurchsichtiges Mysterium für den Hörer. ‚ The Lion King ‚ ist schlussendlich die nackte Version vorangegangener Stücke, dessen innere Schönheit der anfänglichen Schüchternheit endgültig gewichen sind. ‚ Masculin/ féminin ‚ bleibt am Ende eine Offenbarung und die feste Gewissheit, das manche Künstler es eben doch beherrschen, ohne Vorgaben und ohne Einrahmungen, eine gewisse Grenzenlosigkeit erzeugen können. Ein kleines Universum in unserem, in welches jeder zu jederzeit flüchten kann – wenn man es denn nur zulassen kann.