David August – D’Angelo

David August hat diesen Monat sein drittes Album D’Angelo angekündigt. Der Deutsche folgt damit dem ausgedehnten und wunderschönen Ambient-Album „DCXXXIX A.C.“ aus dem Frühjahr, welches bereits unter seinem neu gegründeten Label 99CHANTS erschien. Bekannt für seine innovative Mischung aus organischem Electronica-, House- und Down-Tempo-Techno, enthielt die erste Single und Titeltrack einen prägenden Gesang und damit auch eine willkommene Ergänzung zu seinem dicht gepackten Ambient-Album von Anfang dieses Jahres.

Gut gemacht, aber nicht so ganz mein Terrain und hatte dementsprechend Sorge, dass David August sich in die experimentelle Sphäre verabschiedet hätte. Die Single markierte jedoch eine triumphale Rückkehr zu seinem charakteristischen Stil und knüpfte damit an das fulminante Debüt „Times“ an. Dem in Hamburg geborene Produzent und Komponist David August würde man aber sehr Unrecht tun, die Dinge so kurzsichtig zu betrachten und „D’ANGELO“ als losen Blick in die Vergangenheit abzustempeln. Es ist viemehr ein Schulterschluss zu seinen italienischen Wurzeln, der kulturellen und künstlerischen Bedeutung und vor allem der Weg zur Wahrheit.

Es ist kein zweites „Times“ und auch kein „DCXXXIX A.C.“, sondern die geschickte Verknüpfung der beiden Werke. David August kreiert in den sieben neuen Songs dekonstruierte kinematografische Klanglandschaften, vermischt sie mit Elementen zeitgenössischer elektronischer Musik und entschleunigt dabei Rhythmus und Zeitgefühl. Ein bisschen stößt uns David August wieder vor den Kopf und zeigt einmal mehr sehr deutlich, dass er kein Sklave der club-tauglichen Genre-Architektur ist und Songs wie „THE LIFE OF MERISI“ zwar club-beeinflusste Elemente verwendet, diese jedoch geschickt unterbricht, beruhigende Kompositionen ebenso wie plötzlich auftauchende Saxophone beimischt und alles am Ende der 9 Minuten Spielzeit in hämmernde Trommeln und einer unheimlichen Atmosphäre auflöst.

Für mich ist „D’Angelo“ ein sehr intensives und spannendes Album, welches im ersten Durchlauf tatsächlich ein bisschen langweilig wirken kann, jedoch mit jedem weiteren Hördurchgang Geheimnisse offenbart und den umittelbaren Eindruck intelligent aus­staf­fiert.

9.4