Sleigh Bells – Bitter Rivals

‚ Bitter Rivals ‚ beginnt mit bellenden Hunden. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Doch mit den aufgestachelten Synths und den verzerrten Gesängen von Alexis Krauss hat sich das mit der Tierliebe schnell wieder erledigt. Man denkt hierbei auch unweigerlich an The Ting Tings. Krauss kann aber nicht nur schön singen, sondern auch gut rappen: „It was the best of times / It was the worst of times / I had to kill the new sheriff in town / She was gonna try to keep me / To go, go down / Go, go down.” Im Sound konterkatieren die Sleigh Bells neue Ebenen und zeigen uns interessante Verschiebungen zwischen klopfenden Strophen und dünn begleiteten Refrains. Ein phänomen über die gesamte dritte Platte. So beispielsweise auch Ihr Stück ‚ Minnie ‚ in dem Krauss singt: „Minnie Minnie / Go count your pennies / I’m sorry to say / You don’t have many.” Zugleich schweift man in diesen Minuten ab und stellt sich die Frage, ob darin manche Frequenzen nur von Hunden gehört werden können. Nach ‚ Treats ‚ und ‚ Reign Of Terror ‚ reiht sich das neue Werk ‚ Bitter Rivals ‚ als drittes Album in die Diskografie des New Yorker Duos ein. Dabei war die Aufgabenteilung bei der Entstehung der Songs schnell klar, während Alexis das Songwriting übernahm, setzte sich Derek hinter das Mischpult und kümmerte sich zusammen mit Andrew Dawson (u.a. Kanye West) um die Produktion. Und diese verschluckt meistens die Stimme von Krauss mit Ihrem rießigen Maul, hinterlässt im Stück ‚ Sing Like A Wire ‚ unzusammenhängende Fetzen – oder mit anderen Worten – ein üerladenes und unerbittliches Durcheinander voller klobiger Power-Akkorde. Nicht viel besser wird es im folgenden Stück ‚ Young Legends ‚. Pop-Musik für die kleinen Teenies und auch wenn darin gelegentlich glänzende Momente von Ihren Sitzen aufspringen, so zerstört die schlecht sitzende Produktion jegliche Überzeugung an Besserung. Mindestens die Hälfte der Gesänge von Krauss klingen stotternd und dumpf, wie eine Walkie-Talkie-Übertragung. Nach ‚ Tiger Kit ‚ benötigt man dann dringlichst eine Verschnaufspause. Die einzigartige Mischung aus der brodelnden Energie von ‚ Reign Of Terror ‚ ist dahin. In einem kürzlich erschienenen Interview sagte Miller über das Album: „The only way for us to move forward creatively is to keep making them and putting them out.” Das mag schon stimmen, aber defintiv benötigen die Sleigh Bells dafür noch mindestens ein weiteres Album. ‚ Bitter Rivals ‚ ist ein Flopp und ersetzt in Endlosschleife so manch elektrischen Stuhl.