Allah-Las – LAHS

Das vierte Album der Rock Band Allah-Las aus Los Angeles wurde von Jarvis Taveniere produziert und bleibt sich dem entspannten Stil aus den vorangegangenen Alben im Grundsatz treu. Wir hören vier Männer, die kein Ziel verfolgen, die ganz Welt vor Augen haben und doch nirgendwo hingelangen. Auf den letzten Platten gab es super entspannten Surf Rock, dieses Mal schauen die Allah-Las ein wenig aus ihrer Komfortzone hinaus und probieren ein paar neue Dinge aus. Doch zu Beginn bleibt es erstmal äußerst entspannt. „Holding Pattern“ atmet kalifornische Leichtigkeit und könnte genauso gut ein Grateful Dead Track sein. Als nächstes liefert „Keeping Dry“ freche Gesänge auf tropfende und gurrende Gitarrenriffs für einen absolut maximalen Chill-Effekt.

Die Instrumental-Tracks „Roco Ono“ und „Houston“ bilden den Mittelteil des Albums. Denn dort deutet der Tempowechsel auf eine Verschiebung von saurer Trip-Siesta hin zu seiner Fiesta mit klopfendem Tamburinschlag. „Electricity“ zeigt, wie Allah-Las ihre Harmonien aus den 60ern gekonnt entfalten und erleben in „Polar Onion“ eine leichte Tonverschiebung hin zu einer sehnsüchtigeren, traurigeren Stimmung. Der Rest der Platte folgt und signalisiert das bevorstehende Ende des Albums. Alles scheint effizienter, geplanter und allgemeiner zu sein. Nach diesem Reifungsprozess hat die Gruppe leider das Gefühl der Dringlichkeit und Aufregung aus früheren Aufzeichnungen verloren.

Insgesamt hat die Band ihren gut etablierten Sound überarbeitet – mindestens drei Hallschichten wurden entfernt, der Gesang wurde mehr ins Zentrum gerückt und das Schlagzeug kommt hier und da ein bisschen knackiger rüber. Zusammen mit dieser neuen Art der Klangwiedergabe vertiefen sie sich in eine breitere Palette von Stilen, machen den ein oder anderen Umweg gegenüber ihres klassischen Sounds und fügen im Ansatz überzeugende Wendung in das Geschehen ein. Diese Änderung der Wende fühlen sich aber (noch) wie ein Versuch sich und skizzieren den Sound einer Band im Übergang.