Alexandra Savior – The Archer

Das zweite Studioalbum „The Archer“ von Alexandra Savior wurde mit Hilfe von Sam Cohen als Produzent und unter der Schirmherrschaft des neuen Danger Mouse Labels 30th Century Records realisiert. Darauf zu hören ist eine 24-jährige Musikerin, die endlich Songs gemäß ihrer Identität und ihren Vorstellungen schreiben und kreieren konnte. Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie das Gefühl, dass die Menschen um ihr herum es nicht erlaubten, in Übereinstimmung mit ihrer wahren Identität zu leben, über sie bestimmten, um etwas zu sein, von dem andere dachten, dass es zu ihr als Sängerin passen würde. „The Archer“ ist eine Manifestation all dieser Erfahrungen in den letzten Jahren. Dieses Album enthält Angst, Trauer und Wut über eine Karriere als Musikerin und als Frau, die ungesunde Beziehungen erlebte. Gegenüber dem wilden Debüt zeigt uns dieses Album aber auch vermehrt die sanfte und anmutige Seite der amerikanischen Sängerin. 

Während den zehn neuen Songs vertieft sich Savior in Melancholie, Herzschmerz und überzeugt mit klaren Metaphern und einem bluesigen Sound. Ausgelöst von dem Gefühl, in jemanden verliebt zu sein, der aber von einem selbst tief enttäuscht ist, trägt sich Savior mit lebhafter Coolness durch die gesamte Spieldauer, wobei jeder Titel darauf abzielt, eine bestimmte Emotion widerzuspiegeln. „Crying All The Time“, dem ersten für dieses Album geschriebene Lied und von diesem Thema maßgeblich inspiriert wurde, ist ein echtes Highlight. Mit der großartigen Produktion und dem körnigen Gesang fühlt es sich an, als wäre es einem Film von Quentin Tarantino entsprungen. Es steckt auch Substanz dahinter, als sie über ihre verlorene Liebe nachdenkt: “My death, it haunts him like a ship / Without a sail.”

Auch Songs wie das eröffnende „Soft Currents“, oder „The Archer“ sind einfach, aber erblühen und entwickeln sich zu den beeindruckendsten Songs, die sie je geschrieben hat. Es gibt viele Songs, die eine gemeinsame DNA mit „Belladonna of Sadness“ haben, wie das ausgefallene und dunstige „Saving Grace“, aber die Dinge sind im Allgemeinen heller gehalten, wie im hübschen und verspielten Track „Can’t Help Myself“, oder im lockeren, weniger konventionell strukturierten „The Phantom“. Im Zentrum des Ganzen bleibt sie immer noch eine überzeugende Erzählerin, mit einer Stimme, die unsere Hand hält und uns durch ihre musikalische Welt führt. Savior bleibt ihren träumerischen Klängen treu, zeigt aber in „The Archer“ mehr kreative Unabhängigkeit. Die Klangvielfalt, mit der Songs voller nachdenklicher Traurigkeit geschaffen wurden, sowie die Ästhetik in ihren Texten, verweisen und festigen die hohe Kunstfertigkeit der Alexandra Savior.