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MØ sitzt in einem weißen Bett unter einem riesigen Porträt von sich selbst – Albumcover von „Plæygirl“
ALBUM

Plæygirl

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

Mit Synths gegen das Vergessen: Wie MØ’s mit PLÆYGIRL zwischen Clubfantasie und Herzverlust ihre Stimme neu findet und den Electropop wieder aufregend macht.

Es gibt Albumcover, die sich ins Gedächtnis brennen, noch bevor der erste Ton erklingt. MØ’s „Plæygirl“ zeigt sie gleich doppelt: Als Miniatur im Bett, die auf ihr übergroßes Selbstbild blickt. Ein intimer Moment zwischen Projektion und Realität, als würde sie sich selbst erinnern müssen, wer sie einmal war – oder wer sie zu sein versucht. Und genau darum geht es auf diesem Album: Rückspiegel vs. Gegenwart. Verletzlichkeit im Clublicht. Pop mit Seele, aber schräger Bruchkante.

Nach zehn Jahren Karriere, Features mit Major Lazer, internationalen Clubhits und zwei eher durchwachsenen Alben scheint „Plæygirl“ nun wie ein bewusst gesetzter Neuanfang. Ohne Chart-Kompromisse. Ohne Hochglanzfilter. Stattdessen: Nebelschwaden, glitchy Beats und Hooklines, die nicht sofort gefallen wollen, sondern sich langsam einbrennen.

Schon der eröffnende Track „Meat on a Stick“ irritiert – verstimmte Gesänge, minimalistische Spannung. Doch was roh beginnt, wächst organisch weiter. „Who Said“ bringt die ersten Tanzimpulse zurück, MØ’s Stimme klingt fordernd, fast trotzig. „SWEET“ mit Biig Piig? Ein Clubtrack mit Dreck unter den Nägeln, eine Hymne für Girls, die lieber selbst bestimmen, was sweet bedeutet. In „Without You“ wird’s verletzlich. “I don’t know if I know who I am without you” – selten klang Pop so unmittelbar wie hier, getragen von trapnahen Hi-Hats und schwebenden Pads. Der Titeltrack „Plæygirl“ pendelt zwischen Ballade und Rausch – und macht deutlich: Diese Frau hat keine Angst mehr vor Brüchen. Und „Keep Møving“? Der Synthpop-Tornado, den wir nach Final Song vermisst haben.

Trotz Ausreißern wie dem überambitionierten „Wake Me Up“-Cover am Ende, gelingt MØ ein Spagat: Zwischen skandinavischer Melancholie, queerer Club-Ästhetik und ungeschminkter Emotion. „Plæygirl“ ist kein Album für passive Hörer*innen. Es will gehört, gespürt, durchlebt werden.

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Anspieltipps: SWEET, Without You, Plæygirl

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