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FRACHTER Es wird gleich besser

NEU ● 2026

FRACHTER entwerfen auf ihrem neuen Album eine dichte Atmosphäre aus nordischer Rauheit sowie gesellschaftlicher Analyse, die zwischen wütendem Emopunk und zynischer Resthoffnung oszilliert.

Ein stoisches, beinahe alarmierendes Gitarrenriff markiert den Nullpunkt, an dem die Behaglichkeit endet. Es ist eine mikrorhythmische Entscheidung zur Unruhe, die sich durch das gesamte Material zieht. Diese Saitenarbeit wirkt wie eine dauerhafte Reizung, ein mechanisches Sägen an der Fassade von Sicherheit. In der Produktion von Tobias Schiedt erfährt diese Geste eine klangliche Zuspitzung, die weniger auf polierten Druck als auf eine drastische, scharfe Kante setzt.

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Das Albumcover von radikalisiert diese musikalische Ausgangslage durch eine bewusste Überzeichnung. Die künstliche Farbigkeit und die verzerrte Dynamik der Karussellpferde brechen mit der vermeintlichen Intimität des Emopunk-Ansatzes. Diese visuelle Inszenierung von Emotion wirkt wie eine Drohung hinter einer Maske aus Plastik, was die im Sound angelegte Härte als strategische Entscheidung markiert. Hier wird keine Authentizität simuliert, sondern ein Zustand der permanenten Überforderung visuell sowie klanglich festgehalten.

Frachter verorten ihre ästhetische Strategie in einem Koordinatensystem, das die nordische Schwere ihrer Einflüsse ins thüringische Binnenland übersetzt. Die Entscheidung für einen kühlen, fast dokumentarischen Sprechgesang in Stücken wie “Dolomiti” fungiert als bewusste Reduktion der emotionalen Geste. “Musst Du Dich selber zwingen / Oder tun die Umstände das schon?” Diese Zeilen aus “Dolomiti” belegen eine Haltung, die das Private nicht mehr vom Systemischen trennen kann. Das Album verweigert sich der autonomen musikalischen Qualität zugunsten einer Positionierung, die den drohenden gesellschaftlichen Untergang als strukturelles Rauschen begreift.

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Die klangliche Architektur folgt dabei einer strengen Logik der Verdichtung. Während das Debüt noch stärker mit klassischen Genre-Markern operierte, ist “Es wird gleich besser” die Konsequenz einer konsequenten Professionalisierung des Unbehagens. In “Slalom” weitet sich die Struktur auf fast sechs Minuten aus, was innerhalb dieses Formats als Bruch mit der erwarteten Unmittelbarkeit zu lesen ist. Die Laut-Leise-Dynamik dient hier nicht der bloßen Effektmaximierung, sondern untermauert die inhaltliche Zerrissenheit zwischen Resignation und dem Willen zur Solidarität.

Diese Selbstverortung mündet in einer ästhetischen Konsequenz, die den Zynismus des Titels als einzige verbliebene Schutzschicht begreift. Wenn im abschließenden Titelsong “Gleich wird es besser” die Angst mit wetzenden Messern zerteilt werden soll, schließt sich der Kreis zur initialen Unruhe des ersten Riffs. Die Musik bleibt eine Reaktion auf eine Realität, die sich jeder harmonischen Auflösung entzieht.

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Nahaufnahme zweier Karussellpferde in stark übersättigten Blau- und Pinktönen unter nächtlichem Licht, darüber der Schriftzug „ES WIRD GLEICH BESSER“ in serifenloser, blauer Typografie.

Frachter – Es wird gleich besser

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79
retro
NEU
2026
Es wird gleich besser
AW-0406-PL

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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