Suche läuft …
Schwarz-weiß-Fotografie einer Person mit Engelsflügeln auf dem Rücken, die nachdenklich sitzt und eine Blume in der Hand hält.
ALBUM

Tomorrow We Escape HO99O9

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen Hardcore, Industrial und düsteren Hymnen: HO99O9 legen mit TOMORROW WE ESCAPE ihr kompromisslosestes und zugleich fokussiertestes Album vor.

Ho99o9 haben sich in den vergangenen zehn Jahren als anarchisches Duo etabliert, das Hip-Hop, Hardcore-Punk und Industrial mit gnadenloser Schärfe ineinanderbohrt. „Tomorrow We Escape“, ihr drittes Album, knüpft an die schonungslosen Exzesse der Vorgänger an, doch hier wirkt die Dramaturgie reifer, die Produktion massiver, die Wut kontrollierter. Schon der Auftakt mit „I Miss Home“ markiert einen Bruch: Spoken-Word-Passagen und soulige Anklänge weiten den Horizont, während die Texte von Selbstermächtigung und Befreiung sprechen – „Knowledge of myself, we just reached another level“ – bevor uns die verzerrten Flächen ins Chaos schleudern.

Dieses Chaos bleibt jedoch strukturiert. „Escape“ wechselt von einem Industrial-Angriff in eine Punk-Hymne, Yeti Bones schreit sich die Kehle aus dem Leib, TheOGM bohrt seine Zeilen ins Mark: „I can’t feel my face anymore / Leave my heart spilled on the fucking floor“. Im Kontrast dazu steht „Psychic Jumper“, wo falsettartige Vocals auf synthetische Schwebeflächen treffen und das Gefühl von Schuld und Trauma in eine fragile Schwebe kippen lassen. „Incline“ bündelt die Kräfte der Nova Twins, Pink Siifu und Yung Skrrt, Dave Sitek’s Funk-Basis verwandelt sich in einen riotartigen Stampfer, der an The Prodigy erinnert und sich offen auf politische Ikonen wie Huey Newton bezieht.

Die Gäste prägen die zweite Hälfte maßgeblich. Greg Puciato treibt „Tapeworm“ in ein infernalisches Hardcore-Gewitter, Chelsea Wolfe lässt „Immortal“ in geisterhafte Elegie zerfallen, ihre Stimme schwebt wie eine gespenstische Folie über der brutalen Basis. „LA Riots“ setzt mit kantigen Riffs ein klares Statement gegen Unterdrückung, „Godflesh“ beschließt das Album als Katastrophenszenario mit gnadenloser Energie, ein Finale, das nicht erlöst, sondern niederringt. Das Cover zeigt eine nach innen gekehrte Figur mit Engelsflügeln und Blume in der Hand. Diese Ambivalenz – zwischen Verletzlichkeit und Trotz, Schönheit und Zorn – durchzieht auch die Musik. 

„Tomorrow We Escape“ ist Ho99o9’s bis dato konzentriertester Angriff, doch die Radikalität bleibt, kompromisslos, brennend, exzessiv. Dass Kohärenz und Übergänge mitunter brüchig wirken, schmälert die Kraft nicht, macht aber deutlich: Hier zählt weniger die Ganzheit als der Schlag ins Gesicht.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.

Album anhören

Anspieltipps: I Miss Home, Escape, Immortal

Direkt weiterhören 🔒

Öffne dieses Album mit einem Klick direkt in deinem bevorzugten Streamingdienst.

Spotify Bandcamp
MITGLIED WERDEN

Passende Konzepte

Basierend auf Stimmung, emotionalem Profil und Klangcharakter von „Tomorrow We Escape“.

MSTAX Konzeptprofil
80%
5 Stimmungen
MSTAX Konzeptprofil
50%
4 Stimmungen
MSTAX Konzeptprofil
0%
4 Stimmungen
MSTAX Konzeptprofil
0%
4 Stimmungen
MSTAX Konzeptprofil
0%
4 Stimmungen

Ähnliche Alben

„Tomorrow We Escape“ belegt aktuell Platz 252 innerhalb der Stimmung Dunkelheit (DU). Die folgende Auswahl zeigt Alben derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen.

2023
End of Everything
DU-0248-TZ
2022
Terror Twilight: Farewell Horizontal
DU-0249-AG
2014
Angel Guts: Red Classroom
DU-0250-TZ
2011
Veronica Falls
DU-0251-TS
2025
Tomorrow We Escape
DU-0252-TZ
2024
Cutouts
DU-0253-KP
2013
Abra Kadavar
DU-0254-KR
2020
Ghost Of West Verginia
DU-0255-AG
2012
Standing At The Sky’s Edge
DU-0256-OB