Richard Hawley – Standing At The Sky’s Edge

Nach seinem Album ‚ Truelove’s Gutter ‚ aus dem Jahr 2009 legt Richard Hawley nach: Seine siebte Veröffentlichung ‘ Standing At The Sky’s Edge ’ ist gleichzeitig auch die erste für seine neue Plattenfirma Parlophone und irgendwie scheint es, als würde das Eröffnungsstück ‚ She Brings The Sunlight ‚ durch eine anfängliche Leere herumirren. Die Gitarren suchen in der Dunkelheit nach Halt, die Geigen stimmen dann ein erstes Lebenszeichen an und plötzlich ist Richard Hawley im neuen Jahr angekommen. Aus ‚ She Brings The Sunlight ‚ wird ein breitbeiniger Epos mit weitläufigen Melodien und kreischenden Gitarren. Richard Hawley ist überhaupt in diesem Jahr sehr produktiv. Einige kennen den Namen sicherlich auch durch die Kollaboration mit den Arctic Monkeys auf deren Single ‚ Black Treacle ‚. Denn dort versteckte sich auf der B-Seite die wundervolle Nummer ‚ You And I ‚ mit dem Mann aus Sheffield, England. Space-Rock und viszerale Gitarrensoli bestimmen dagegen den gleichnamigen Titeltrack. Die Lyrics düster, „Joseph was a good man though he killed his wife/ His hungry little children he took their lives/ This was the act of a desperate man/ With only love in his eyes and no evil hands“, befriedigt Hawley seine Zuhörerschaft mit Genialität, Zartheit und Zurückhaltung. Die Stimme dabei stets ruhig, gemäßigt, unerbittlich – als würde hinter dem Mikrophon ein Nick Cave stehen. ‚ Down In The Woods ‚ ist eine rasante Nummer mit einem Versprechen: „Won’t you follow me down, down into the woods, come back feeling good“. Es ist die Suche nach der Liebe. Danach erfolgt ein radikaler Schnitt. ‚ Seek It ‚ erklingt wie die Erlösung aus den dunkleren Bereichen des menschlichen Daseins, „If you seek it you won’t find another’s eyes so blinded by love“. Gegen Ende erfolgt mit ‚ The Wood Colliers Grave ‚ eine musikalische Reise durch ein wahrhaft überirdisches Gefühl. „Child of Eden your time is short/ You’ll not leave with more than you’ve brought/ Love given lightly can never be owned/ A thing we feel but can never hold“, ertönt es aus der Kehle von Richard Hawley im herrlich, bedrohlichem Technicolor. Über das Album erzählt er: „I wanted to get away from the orchestration of my previous records and make a live album with two guitars, bass, drums and rocket noises!“ Und diese abgespeckte Version ist ungeheuerlich schön zu hören. Besonders im 5.1-Dolby Digital mit den räumlichen Effekten und der kohärenten Verstärkung in ‚ Standing At The Sky’s Edge ’.