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FICTION The Big Other

2013

Ein musikalischer Spaziergang durch die 80er Jahre mit FICTION: Wie THE BIG OTHER mit sanfter Tanzbarkeit und britischem Charme überzeugt, ohne perfekt sein zu müssen, und dennoch als Balsam für die Seele dient.

Das erste Mal in Berührung mit Fiction kam ich wie so viele andere auch, durch die Single ‘ Careful ‘, welche über Moshi Moshi Records erschien und mit schwankenden Syntesizer-Linien ins Reich der 80er Jahre abtauchte. Die hüpfende Basslinie haben sich die Herrschaften aber ohne Zweifel bei Orange Juice abgeschaut. Kombiniert wird das Ganze vom Quartett aus London mit glatten Melodien, perkussiver und synthetischer Verrücktheit – die als leicht schlurfender Groove irgendwie äußerst sympathisch wirkt. Aber will man Fiction wirklich jemandem näher bringen, dann muss natürlich ‘ Big Things ‘ angespielt werden. Luftige Harmonien in schwereloser Eleganz durchziehen die Strophen, lassen einen frühlingshaften Spaziergang zum wunderschönen Gesang vor dem geistigen Auge entstehen und man beginnt unweigerlich diese Minuten summend zu begleiten.

Produzent James Ford (Arctic Monkeys, Florence And The Machine, Simian Mobile Disco) half dabei, den schwelgerischen und dennoch unverwechselbar britischen Sound von Mike Barrett, James Howard, David Miller und Nick Barrett exzellent abzurunden. Es muss jetzt nicht bedeuten, alles auf ‘ The Big Other ‘ ist perfekt, aber die unaufgeregten Lieder haben durchaus Ihre ganz eigenen Reize. Es sind grob überschlagen, sympathische Drei-Minuten-Pop-Songs, die mal schleichend, mal tiefliegend, aber stets mit sanfter Tanzbarkeit den Hörer in Ihren Bann ziehen. Man könnte es als tänzelnden Minimalismus beschreiben, oder schlicht als Balsam für die Seele. Wundervoll gestaltet sich auch ‘ Mirror Box ‘, dass trotz merklich fehlender Veränderungen in der Struktur, über vier Minuten die Spannung erhalten kann und einzig mit den zarten Poly-Rhythmen und den spinnenhaften Gitarrenlinien für eine enorme Austrahlungskraft sorgt, die jedoch sofort in ‘ Vertigo In Bed ‘ charmant ausgestochen wird.

Hier regiert dann ein markanter Basslauf und frohlockende Klänge, sowie ein glücklich klingender James Howard. ‘ The Big Other ‘ ist sicherlich kein gewöhnliches Album. Es benötigt Zeit, man muss sich entspannen und gewissenhaft zuhören. Ein schönes und auch mutiges Kontrastprogramm zum derzeitig hektischen Lebensstil vieler Menschen. Probiert es aus! Niemand wird die genommene Zeit für den anspruchsvollen, atemberaubenden und intelligenten Sound nach Ende der vierzig Minuten Spielzeit missen.

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69
collage
2013
The Big Other
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Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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