Young Dreams – Between Places

Die zweite Single aus dem Debütalbum der Young Dreams heißt ‚ First Days of Something ‚ und besticht durch seine mitreißenden und symphonischen Klänge. Aus Bergen in Norwegen kommt das Kollektiv Young Dreams, die vor allem im Jahr 2009 Gestalt annahmen, als Tellez mit einem klaren Hintergedanken beschloss, ein Studio zu bauen: „Anstatt dass wir unser Geld dafür ausgeben Studios zu mieten, wollten wir lieber ein eigenes bauen, um so anderen Künstlern, die auch eher weniger Geld haben, die Möglichkeit zu geben, ihre Songs aufzunehmen ohne pleite zu gehen.“ Im gleichnamigen Track ‚ Young Dreams ‚ behauptet dann Matias Tellez: „We’re restless, that’s why we keep on moving, not empty, because of our young dreams.” Die norwegische symphonische Pop-Band ist über die letzten Jahre ganz allmählich zu einem vollwertigen Ensemble gewachsen und verzückt im eröffnenden Stück ‚ Footprints ‚ mit hymnischen Chören, verspielten Rhythmen und süße Absichten, die mit noch größerer Theatralik verschönert wird: „I know that you will understand/The waves will erase my footprints in the sand”

‚ When Kisses Are Salty ‚ schwimmt dagegen mit ausgedehnten Zügen in luftigen Höhen durch den Dream-Pop und immer wieder fällt einem dabei auch die angenehme Exotik zwischen den Strophen auf. Die Young Dreams erinnen an The Beach Boys, Animal Collective und The Avalanches – was für eine wundervolle Grundlage – die trotz den Umständen alle Musikliebhaber in dieser Form noch nicht nicht gehört haben. Ihren eigenen Sound verändern die Young Dreams meist nur um Bruchteile, blicken dabei kaum in eine entgegengesetzte Richtung und so ist es dann eigentlich auch kein Wunder, dass Ihr Zehn-Minuten-Opus ‚ The Girl that Taught Me to Drink and Fight ‚ zum Höhepunkt auf ‚ Between Places ‚ avanciert. Es ist ohne Zweifel das Beste und aufregendste Stück über eine betrunkene Nacht außerhalb der Stadtgrenzen. Die Band verfolgt dabei einen geschickten instrumentellen Ansatz und lässt dabei über die gesamte Spielzeit die Aufmerksamkeit des Hörers aufrecht erhalten. Beachtlich für so eine junge Gruppe aus Norwegen. Im weiteren Verlauf gesellen sich dazu unterwartete syphonische Blüten, melodische Synth-Linien und dicht besiedelte Pop-Konstrukte.

Die Young Dreams beweisen mit Ihrer überschwänglichen Energie, dass die international vielgelobten Klänge der Band, durchaus berechtigt waren. Man bewegt sich als Hörer durch eine Glückseligkeit in Reinform, lässt sich in eine Zeitschleife sperren und genießt eine volle Stunde die Töne einer jungen skandinavischen Band, über deren makellos produziertes Album man am Ende des Jahres sicherlich noch ausgiebig sprechen wird.