Weezer – Van Weezer

VAN WEEZER von WEEZER ist ein lustiges und eingängiges Album für die breite Fangemeinschaft und einer Laufzeit, die kurz genug ist, damit es sich bei Nichtgefallen wie Zeitverschwendung anfühlt.

10 Punkte für dieses coole Albumcover. Natürlich keine Neuerfindung, aber wenn sich jemand diese Anleihen aus dem Hardrock und Metal Bereich so unverschämt aneignen darf, dann doch wohl Weezer. Es war lange Zeit ein frecher Kontrapunkt zu ihrem Pop-Strebertum: Sie orientierten sich an KISS auf ihrem ersten Album, spielten mit schweren Riffs auf „Maladroit“ herum und betitelten ihre 2010er B-Seiten-Compilation mit „Death to False Metal“. Nun nimmt „Van Weezer“ diese starke Unterströmung und stellt sie endlich in den Mittelpunkt.

Das Album ist voll von wilden Soli, Riffs die an Ozzy Osbourne erinnern und lyrischen Anspielungen auf Metal. Aber man sollte sich nicht zu sehr davon täuschen lassen: Zum größten Teil sind das exakt die alten Weezer mit zusätzlicher Lautstärke. Das ist eine gute Sache, denn die halbherzige Metal-Masche war meistens nur eine Ausrede für Frontmann Rivers Cuomo und seine Bandkollegen, ihre Verstärker anzukurbeln und den Power-Pop zu spielen, den sie am besten können. Es ist ein weniger radikales Experiment als das diesjährige rein akustische, von einem Orchester unterstützte „OK Human“, dafür mehr eine unterhaltsame Hommage an die früheren Epochen.

Wie der Titel schon sagt, ist „Van Weezer“ eine Interpretation von Hard Rock, der sich auf Einflüsse wie Van Halen, Ozzy Osbourne und Aerosmith stützt, um nur einige zu nennen. Diese Songs klingen zweifellos wie Weezer, aber aus dem sofortigen Klopfen der Gitarre auf dem eröffnenden „The End of the Game“ geht hervor, dass Weezer einen neuen Ansatz verfolgen. “Plugging into a Marshall stack, I can be anything I want“, erklärt Cuomo zu nostalgischen Power Rock. Das Album endet mit einer Pseudo-Ballade im akustischen Track „Precious Metal Girl“. Das einzige, was an diesem Song falsch ist, ist, dass es letztendlich unter Weezer’s Mission leidet, Alben zu machen, die nur etwa eine halbe Stunde lang sind – es fühlt sich an, als würde es zu einem großartigen Ende à la „Endless Bummer“ aus dem selbstbetitelten weißen Album der Band führen, aber stattdessen endet es.

Na ja, zumindest ist ein süßer Abschluss. Weezer spielen letztlich mit einigen ihrer Lieblingseinflüssen herum und auch wenn es ein unvollkommenes Album ist, schaffen sie es dennoch, uns mit eingängigen Singles und ihrer spaßigen Aufregung mitzureißen.

6.7