Underground Lovers – Weekend

„We’re not too precious about what goes down (when recording) because we have confidence we can turn it into something,“ so die Worte von Bennie. „We like moving things around, but it’s also quite deliberate.“ Der dazugehörige Sound auf dem neuen Album ‚ Weekend ‚ spiegelt sich im eröffnenden Stück ‚ Spaces ‚ als angenehme Zurückhaltung in hypnotischen Melodien und frenetischen Refrains wieder. Eigentlich kaum zu glauben, wenn man diese ersten Minuten durch die Gehörgänge fließen lässt, dass dieses Album von den Underground Lovers das Erste nach vierzehn Jahren ist. Schon 2010 spielte die Band in Originalbesetzung einen Auftritt und war selbst überrascht wie gut es untereinander funktionierte. Nun erscheint also mit ‚ Weekend ‚ das gebündelte Ergebnis von Gitarren-basiertem Indie Rock zwischen elektronischen Landschaften, großspurigen Erschütterungen und einem in den Arsch tretenden Krautrock. Letzteres trifft ziemlich gut auf ‚ Can For Now ‚ zu, dass ungestüm aber dennoch mit einer gewissen Eleganz und Würde äußerst lebendig, spannend und auch einzigartig in Ihrem selbst gebastelten Universum wandelt.

Ach herrlich diese neue Platte. ‚ Haunted (Acedia) lädt zum dahinschwelgen ein, ‚ Dream To Me ‚ beglückt mit einer schläfrigen Glückseligkeit und öffnet uns zugleich eine ungeheure atmosphärische Weitläufigkeit, die nicht besser zu den heißen Tagen des Jahres passen könnte. In ‚ Weekend ‚ ließen sie sich laut Vincent Giarrusso von Jean-Luc Godards 60er Jahre Meisterwerk „Weekend“ inspirieren, was auch den Albumtitel erklären dürfte. Ein Song für die Endlosschleife ist sicherlich auch das New Order-angehauchte ‚ Signs Of Weakness ‚ und kurz darauf erleben wir mit ‚ Riding ‚ eine direkte Hommage an die australischen Kollegen der Go-Betweens. “We were at a party! Rob and Grant were there!/At the Cattle and Cane disco.” Zum Ende wirkt ‚ Au Pair ‚ fast ein wenig langweilig. Doch wiegt es den Zuhörer in einem falschen Gefühl der Sicherheit. Denn ‚ In Silhouette ‚ ist die zuschnappende Gefahr aus der Dunkelheit und auch der letzte Zusammenbruch, bevor das von Sänger und Band-Mitbegründer Vincent Giarrusso gesungene ‚ The Lie That Sets You Free ‚ ein Album beendet, welches zwar nicht unbedingt eine Vorwärtsbewegung andeutet, aber wundervoll im Einklang und mit einer angenehmen Selbstironie mit den restlichen Werken durch liebreizende und sehr erfrischende Melodien spaziert.

Die Underground Lovers wissen einfach die Elemente aus klassischem Rock mit interessantem Synthie-Pop und Dance zu verbinden.