The Thermals – The Body The Blood The Machine

Es ist schwer zu glauben das die dritte Platte ‚ The Body, The Blood, The Machine die Arbeit von nur zwei Personen sein soll – Sänger Hutch Harris und Bassistin Kathy Foster. Schlagzeuger Jordan Hudson kehrte letztes Jahr der Band den Rücken und zwang Sie damit noch einmal ganz von Vorne anzufangen. „We almost had an entire record recorded with him, so we had to scrap all that material and start over.“ Aber mit der Hilfe von Fugazi´s Schlagzeuger Brendan Canty gelang Ihnen eine bemerkenswerte Leistung, die trotz fehlender Besetzung an den Drums nichts an Persönlichkeit verloren hat. Es ist aber auch politisch, nicht ganz konzeptfrei und es übersteigt sogar mehrmals die Drei-Minuten-Marke. Fast schon revolutionär für Thermals Verhältnisse.

Dementsprechend tiefgründiger sind auf der dritten Platte auch die Texte ausgefallen: „I just had months and months to sit down with them. The first records, we were much more rushed, and I think those lyrics I had to make up quickly came out great. But here, I had so much time to sit with them, if I didn’t like something I would do it and do it until something better came out.“ Diese unerbitterlich lyrische Schwere ist die größte Stärke auf der Platte und auch nicht das erste Mal, das die Thermals politisch werden. Auch in ‚ Fuckin A ‚ rief uns Harris mit „Pray for a new state/ Pray for assassination“ dazu auf und zeigt uns nun mit ‚ Here´s Your Future ‚ die düsteren Visionen eines Hutch Harris.

Auch der Sound wurde noch einmal bereinigt und klingt auf ‚ The Body, The Blood, The Machine ‚ kristallklar. Ein Kritikpunkt der bereits auf ‚ Fuckin A ‚ die Lager in zwei Hälften spaltete.“We wanted that dirty sound, but not as much as the first record. Brendan sent these to be mixed by this guy, Frank Marchand III, and what they did was amazing. I had no idea about the things that were possible just with mixing, the big sounds they could get.“

Die Thermals haben auch Ihren ungestümen Frontalangriffen ‚ It´s Trivia ‚ und ‚ Our Trip ‚ entgültig abgeschworen und folgen nun den konservativen Strukturen. Klassische Post-Grundge Melodien in ‚ Returning to the Fold ‚, in ‚ St. Rosa and the Swallows ‚ verfolgen die zwei Portländer panische Fluchtgedanken „Passing the corners, we kissed in the rain/ Passing the old rusted warning signs/ What did they say?/ I think they said run!“

Was am Ende bleibt, sind 38 unfassbare Minuten. Hutch Harris Vorstellungen unserer Landschaft liegen schwer im Magen und klingen grausam zugleich. ‚ The Body, The Blood, The Machine ‚ ist eine Konzeptplatte gegen das fundamentalistische Staatssystem, den unsicheren Morgen und gegen einen unterdrückten Glauben. Aber solange es nicht beim Tanzen stört, ist es auch egal wenn die Einschläge immer näher rücken. „These tracks land like bombs!“