The Casting Out – Go Crazy! Throw Fireworks!

Nach Auflösung der erfolgreichen Post-Hardcore-Band aus den Vereinigten Staaten und vier veröffentlichten Platten, wurde die Zeit reif für Veränderungen. Das dachte sich zumindest Sänger Nathan Gray und kündigte 2007 an, eine neue Band auf die Beine gestellt zu haben, die aber im eigentlichen Sinn gar nicht so neu war. In The Casting Out befinden sich einige bekannte Mitglieder von Boysetsfire und weiterhin informierte Gray die Fans über die Tatsache, das es diesmal keinen politischen Bezug geben würde. Soweit so gut also.

Die Hintergrundfakten sollten soweit klar sein, kommen wir deshalb ohne Umschweife auf das Wesentliche: Das Debütwerk von The Casting Out und der tiefe Fall ins Leere. Als Gray meinte, auf ein politisches Statement verzichten zu wollen, konnte man als geneigter Fan nicht ahnen das damit auch sämtliche musikalischen Qualitäten des Platzes verwiesen wurden. Die rote Karte kam zum Einsatz und alle Hoffnungen auf einen erfolgreichen Start waren somit im Keim erstickt. Wo sind die akribisch, detaillierten Aufnahmen? Die undurchdringlich, elegische Stimmung mit Ihrem Gray, der hasserfüllt seine Lyrics ins Mikro schreit?

Das alles gehört ebenso wie der Name boysetsfire der Vergangenheit an. Tote sollte man bekanntlich in Frieden ruhen lassen und The Casting Out beweisen zumindest, das man es hier tatsächlich mit einer vollkommen neuen Band zu tun hat. Natürlich war es nicht leicht für Gray, immerhin trägt er die ganze Last auf seinen Schultern und bei Versagen bekommt er ganz alleine die Prügel, doch ein wenig mehr Hingebung und Bekennung zu seiner zweiten Band hätte definitiv keinem weh getan. So spielen sich The Casting Out durch 12 Songs und erwischen sogar einen durchwegs guten Start. Der Opener ‚ Quixote’s last Ride ‚ rockt mit sehr eingängigen Melodien, verzerrten Gitarren und hymnenartigen Chören. Auch ‚ Lullaby ‚ weiß zu gefallen aber dann geht es schlagartig bergab.

‚ Go Crazy! Throw Fireworks! verhält sich wie eine gut gefüllte Badewanne, der nach kurzer Zeit der Stöpsel gezogen wurde. Es fehlen die Details, die subtilen Sounds und auch die einst außergewöhnliche Stimme von Nathan Gray. Somit bleibt leider ein bitterer Nachgeschmack zurück, den es nur mit einer Platte von boysetsfire zu bekämpfen gilt.

7.1