The Strange Death Of Liberal England – Drown Your Heart Again

Das Quintett um The Strange Death Of Liberal England kennt sich schon seit Schulzeiten. Ihre Jugend verbrachten Sie in einem uns unbekannten Ort im Süden Englands und dieser Gegend sind Sie schlussendlich auch treu geblieben. Nach Ihrem Erfolg mit der EP ‚ Forward March! ‚ aus dem Jahr 2008 erscheint nun also das Debütalbum ‚ Drown Your Heart Again ‚ und so mancher Songtitel daraus, wie die erste Single ‚ Rising Sea ‚ zeigen, wie Ihnen das Meer ans Herz gewachsen ist. Das Stück selbst bewegt sich wie der launische Wellengang vor der steinigen Küste. Hoch türmen sich die Refrains über unseren Köpfen auf und mit einer atemberaubenden Aussicht von dort oben, preschen wir durch eingängige Melodien wieder hinab.

Der Opener ‚ Flickering Light ‚ lässt einen schon in sentimentale Schwärmereien abgleiten und Erinnerungen werden an exentrische Vorfahren wie British Sea Power geweckt. Die eigentümliche Englische Sensibilität spüren wir bereits nach den ersten Minuten am ganzen Körper, während alle gängigen Klischees darüber umgangen werden. Hinzu gesellen sich eine geballte Ladung epischer Pose von Win Butler und ein Hauch biblischer Surrealismus vom Sänger Black Francis der Pixies. ‚ Flagships ‚ schippert gemächlich auf den blauen Wogen durch grenzenlose Weiten und erzeugt dennoch spannende Momente, die auch zu einem längeren Verweilen gerne einladen. Mit ‚ Like A Curtrain Falling ‚ könnte man auch noch die Kollegen von Eagle Seagull heranziehen, wäre da nicht die grundsolide Eigenständigkeit von The Strange Death Of Liberal England.

Der Stil bleibt markant, die Stimme einzigartig und so rau wie die See selbst, während die Melodien mit süsslicher Intensität das Bild einer wunderhübschen Meerjungfrau in unser geistiges Auge projizieren. Manchmal brauchen auch die skurrilen Gedanken ein Ventil um nach frischer Luft zu schnappen. Denn die Atmosphäre auf ‚ Drown Your Heart Again ‚ ist dichtgedrängt, unberechenbar und voller Leidenschaft. ‚ Autumn ‚ passt dagegen herrlich in unsere kalte und düstere Zeit, ‚ Come On You Young Philosophers! ‚ begeistert zum Ende nochmals mit einer phantastischen Orchestrierung und lässt das Debütalbum des vielversprechenden Quintetts aus England zu etwas ganz Besonderem werden.

8.1