The Paddingtons – No Mundane Options

Sehr viel Zeit haben sich die fünf Engländer genommen um an Ihrer zweiten Platte zu arbeiten. ‚ First Comes First ‚ ist den meisten wohl nur noch vage ein Begriff, aber eben dieses Album stand damals für etwas anderes, für einen Gegensatz zum dortigen Rest der Indie Landschaft. Eine neue Brise wehte aus dem Örtchen Hull zu uns rüber, mit einem leichten Geschmack von Punk Rock in der Luft. Mittlerweile sind die Paddingtons älter geworden, erwachsener und dementsprechend verändert hat sich auch Ihr Sound. Es fliegt zwar noch ein Hauch Punk durch die Sphären aber dieser mit einer stark eingeschränkten Dosierung. Die Paddingtons haben sich dem Mainstream ein gutes Stück angenähert und Ihre elf Songs dafür fein säuberlich rauspoliert. Übrig bleibt unter dem Strich eine ganze Palette an Neuheiten für die Fans und ein Neuanfang für die Band. Beim Opener ‚ Punk R.I.P. ‚ lassen einen diese Tatsachen noch völlig unberüht und befinden sich auch in weiter Ferne. Gewohnt, wie der Titel verspricht, lassen die Engländer nochmal die Sau raus. Eingängig preschen die Gitarren im Refrain ruckartig vor und zurück während Sänger Tom Atkin weiterhin mit viel Spaß bei der Sache sämtliche Wörter wie einen laschen Kaugummi in die Länge zieht. Zumindest das bleibt auf ‚ No Mundane Options ‚ fester Bestandteil und lässt sich mittlerweile als Markenzeichen für den Paddingtons Sound nicht mehr wegdenken. Weiter gehts mit ‚ What´s The Point In Anything New ‚ das mit seinen Stop and Go Gitarren drängelnd auf den Refrain wartet und dort angekommen sogleich mächtig Gas geben. Beide Songs sorgen für einen sehr gut gelungenen Übergang von der Debütplatte zur jetzigen. Mit dem dritten Stück ‚ Shame About Elle ‚ kommt dann der erwähnte Neuanfang, in sich ein ruhiger Song mit gewöhnungsbedürftig eckig und wenig anschmiegsamen Gitarren im Refrain. Stellenweiße erinnern das Ganze an die Pixies, doch spätestens zum Schluss hin ist es vorbei mit den Vergleichen, hier werden die Verstärker auf maximal Lautstärke hochgedreht bis die Boxen kapitulieren. Danach folgt mit dem Titeltrack ‚ No Mundane Options ‚ der erste Durchhänger, schwaches Auf und Ab der Gitarren und ein wenig inspirierte Atkin sorgen für einen kleinen Euphorie Dämpfer in Sachen „The New Paddingtons“, wie sie sich auf der Neuen MySpace noch selbst betitelt hatten. Äußerst nett anzuhören ist dafür der nächste ‚ Sticky Fingers ‚, hier greift der neue Sound von der ersten Sekunde an. Mit einem überraschend anziehenden Mittelteil und der bis dahin vermissenden Spritzigkeit vergangener Tage finden die Paddingtons zurück zu alter Stärke. Insgesamt können die Engländer leider nicht damit werben, viel zu oft ist die Weiterentwicklung im Sound spürbar und lassen vieles ein wenig träge erscheinen, logischerweise muss der Hörer damit auf Songs wie ‚ Loser ‚ oder ‚ Sorry ‚ verzichten. Diese täten hier auch fehl am Platz wirken, die Stärken liegen diesmal wo anders. So haben die Paddingtons ein Talent für balladenlastige Rocksongs gefunden, wie ‚ You & I ‚ oder ‚ Heartsong ‚ eindrucksvoll beweisen. ‚ Stand Down ‚ dagegen nimmt noch einmal die Tugenden vergangener Tage auf und kann besonders mit Schlagzeuger Grant Dobbs für erfrischend neue Impulse sorgen. Mit einem sehr abrupten Ende geht ‚ No Mundane Options ‚ schließlich zu Ende. Auch dieser Schluss zeigt die Unentschlossenheit in den Songs, der Weg ist noch unklar, vieles steht in der Leere und sucht nach Halt. Dennoch sorgen die Paddingtons mit dem berüchtigten zweiten Album für konstante Qualität und anspruchsvollen Songstrukturen die nur selten in Belanglosigkeiten abschweifen. Als Hörer muss man sich dementsprechend auf Neues gefasst machen, da die alten Pfade Ihr Ende finden. Dafür entstehen hier eine handvoll Neue, die wegweisend für die nächste Platte sein können.