Osees – Panther Rotate

Trotz ständiger Drehungen scheint die Band mit Jon Dwyer’s gut dokumentierter Begierde nach freiem künstlerischem Ausdruck konsequent voranzukommen.

Bei ihrem letzten Album „Protean Threat“ haben die Osees erneut ein Sammelsurium aus musikalischen Totems im Anschein einer zusammenhängenden, aber immer noch mit mehreren Bindestrichen versehenen Platte verwandelt. „Panther Rotate“ dient als recherchierendes Echo, indem es Bänder aus Album-Sessions überarbeitet, Demoaufnahmen sammelt und technologische Tricks testet, um etwas zu bilden, das über seine ursprüngliche Implementierung hinausgeht. Aufrührende Wellen, wackelige Signale und ein synthetisches Ambiente sind auf der gesamten Platte reichlich vorhanden und schubsen uns in eine völlig andere Dimension.

Tracks wie „Scramble Experiment“ weichen nicht zu weit vom traditionellen Osees Milieu mit der motorischen Krautrock Dynamik ab, die mit umgekehrten Gitarrenmelodien und verschiedenen gefundenen Sounds verziert ist. Der perkussive Ansatz, zusammen mit avantgardistischem Schnickschnack und der flackernden Atmosphäre, macht es zu einem bedrohlichen Soundtrack für eine wahnsinnige Fahrt ins Ungewisse. Das dreiundzwanzigste Studioalbum der Band wird für die meisten nicht unbedingt das absolute Lieblingsalbum aus der Kunstsammlung der The Osees werden, ist es doch mehr der ergänzende Gegenpol zu „Protean Threat“ aus heraufbeschworenen Klanglandschaften und Genre-Fusionen, die zeigen, wie „Protean Threat“ auch hätte aussehen können.

„Panther Rotate“ kann daher nicht als Sammlung von B-Seiten bezeichnet werden, ist es doch eindeutig der kleine, etwas hormonellere, weniger verständnisvolle kleine Bruder, der seinen Platz in der Welt einnimmt. Die Ergebnisse sind nicht so aufregend wie ein „echtes“ Osees Album, aber es ist immer noch faszinierend zu hören, wie Dwyer sich dieser Art von experimenteller Dummheit hingibt. Einige Songs mischen sich zwischen formlosen Jams und Scherben aus elektronischen Rauschens und gießen Lärm, Poesie und Hall in neue Formen. Zum Beispiel wird das lackschmelzende „Scramble Suit II“ in ein hypnotisches, CAN-artiges Klagelied verwandelt, das dezentriert genug ist, dass man möglicherweise die Vinylscheibe auf Kratzer überprüfen wird.

Es ist schwierig, einer Band gegenüber übermäßig kritisch zu sein, die durchweg aufregende Genre-verwischende Musik veröffentlicht. Mastermind Jon Dwyer macht sich für uns seit Jahren schmutzig und experimentiert pausenlos mit neuen Ideen, die letztlich auch diese Platte frisch und aufregend wirken lassen.

7/10