The Neighbourhood – I Love You.

„all i am is a man/ i want the world in my hands/ i hate the beach, but i stand in california with my toes in the sand.“ So die Textzeilen aus dem Stück ‚ Sweater Weather ‚ und dementsprechend düster fiel auch der dazugehörige Videoclip aus. The Neighbourhood sind eine Band mit fünf Mitgliedern, sie schätzen farblose Umgebungen und mysteriöse Verstecke um nicht erkannt zu werden. Musikfans und Presse waren Anfang 2012 verwirrt, die Gruppe hatte dabei sicherlich Ihren verdienten Spaß. Ein Jahr später ist das Debütalbum ‚ I Love You ‚ fertig und auch so manche Informationen über The Neighbourhood sind währenddessen in die öffentliche Wahrnehmung gerutscht. Kopf der Band ist der 21-jährige Sänger Jesse Rutherford, der zuvor bereits in einige Genres wie z.B. HipHop Erfahrungen sammeln konnte. Die Debüt-EP ‚ Female Robbery ‚ wurde von Justyn Pilbrow produziert und Ende vergangenen Jahres aufgenommen.

„Ich habe immer eine sehr klare Vorstellung von Dingen, bevor ich mich an die Umsetzung mache“, erklärt Rutherford. „Ich wüsste auch gar nicht, wie man Musik anders machen könnte. Ich hatte alles in meinem Kopf und die Vision war, HipHop-Beats mit Gitarren zu kombinieren und dazu zu singen und rappen. Unser erklärtes Ziel war: „HipHop-Ästhetik auf Indie-Basis.“ Bestens eingefangen wurde das Ziel im bereits erwähnten Stück ‚ Sweater Weather ‚ mit glatten melodischen Klängen und auch die anderen beiden ‚ Let It Go ‚ und ‚ Female Robbery ‚ sind unüberhörbare Tracks – entstiegen einer tiefen Euphorie und einer Authentizität, die The Neighbourhood großspurig im Erfolg nach vorne treiben wird. Wenn wir jetzt noch ‚ A Little Death ‚ hinzunehmen wurden allerdings auch alle Songs beim Namen genannt, die sich schon über die letzten Monate ins Gedächtnis der steigenden Anhängerschaft spielten. Was bedeutet das nun für das Album? Es darf in erster Linine als rechtmäßige Abwertung gesehen werden.

Die meiste Zeit eingehüllt in Downbeat Melodien und Drumcomputer-Beats, zeigen die Hochglanz-Produktionen neben traditionellem Songwriting und tristen Electro-Goth Atmosphären hauptsächlich unverständliche Lustlosigkeiten. ‚ I Love You ‚ brennt schnell bis zur Fingerkuppe hinunter, denn zwischen Schwarz und Weiß ist bei The Neighbourhood letztlich nicht viel zu finden und so verpuffen leider manche Songs viel zu rasch aus den Köpfen der Hörer. Entschuldigung, aber diese Liebeserklärung muss ich dankend ablehnen.

6.3