The Killers – Day & Age

Nachdem der Streit zwischen den Herren von The Bravery und den Killers nun endgültig vom Tisch geräumt wurde, der Reifeprozess stetig seinen Weg nach vorne gesucht hat und Sänger Brandon Flowers inzwischen Vater geworden ist, steht nun das vierte Studioalbum ‚ Day & Age ‚ in den Startlöchern. Erstmal ist es natürlich eine beachtliche Leistung von den Killers, in drei Jahren drei Platten heraus zu bringen die noch dazu allesamt im oberen Durchschnitt anzusiedeln sind. Zwar fehlte es damals der zweiten Platte an Herz und der dritten ein wenig an Abwechslung, aber als gesamtes betrachtet stand der Hörer vor einer beachtlichen Dichte an Hits, die es nun auf der neuen Platte erstmal gilt zu überbieten. Geprägt ist ‚ Day & Age ‚ von 80er-Jahre-Bands wie New Order, The Cure, The Smiths, Sisters Of Mercy oder auch Johnny Cash. Wie schon damals zu ‚ Sam´s Town ‚ Zeiten, das heftige Kritik wegen seiner überproduzierten Songs einstecken musste, stören sich die Killers auch diesmal herzlich wenig an den Meinung anderen. Die Vier Jungs aus Las Vegas machen nunmal das was sie eben gerne machen wollen und verfolgen diesen Ansatz auch auf der neuen Platte. Ob mit Absicht oder nicht, so ganz wird es kein Zufall sein das sich ‚ Day & Age ‚ an ‚ Sam´s Town ‚ orientiert, zumindest was das stellenweise ziemlich Bombastische angeht. Aber kann man es diesmal nicht zum Nachteil auslegen, denn alles wurde ein wenig clevere angegangen, die zehn Song klingen geordneter und koordinierter, so dass man als Hörer das Gefühl bekommt alles sitzt hier am richtigen Platz, egal wie viel gerade passieren mag. Produziert von Stuart Price, der auch für reichlich frischen Wind gesorgt hat. So ist diesmal ein Saxophonist mit von der Partie, von dem besonders auf ‚ Can´t Stay ‚ reichlich Gebrauch gemacht wurde, aber auch jede Menge Streicher und eine Percussionisten aus Kuba sorgen für Abwechslung und Spannung in den Songs. Der Sound von den Killers entfernt sich immer mehr vom Ursprung, was auch Grund für den Titel der neuen Platte ‚ Day & Age ‚ war, wie Brandon Flowers in einem Interview erklärte:“Schließlich entfernen wir uns immer weiter davon, menschlich zu sein und so etwas wie ein Zusammenleben zu führen. Denn es fallen immer mehr Familien auseinander, niemand bleibt mehr lange verheiratet. Stattdessen scheint es viel wichtiger, in welchen Club man am Wochenende geht. Und deshalb würde ich sagen, wir haben schon bessere Zeiten gesehen. Nur: Da ist auch Hoffnung in dem Song. Und zwar nicht gerade wenig.“ Und diese Hoffnungen haben die Killers auf wunderbare Art und Weiße in bittersüßen Synth-Pop Songs gesteckt, die in jedem Moment elektrisierend auf den Hörer einwirken. Ein Grund dafür sind auch die fehlenden Anhaltspunkte wie auf ‚ Goodnight, Travel Well ‚, leise schwingen die Melodien im Hintergrund, halten sich bedeckt und unauffällig während Flowers die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zugesprochen wird. Erst zur Mitte hin drängen auch die Melodien langsam wenngleich bestimmend in den Vordergrund, verzaubern die Landschaft in eine schillernde Fabelwelt und lassen Mr. Brightside in einer Perfektion aus Pop-Melodien darin verschwinden. Die Freiheit ist es, was sich die Killers nun endlich erspielt haben, das was sie immer wollten. Ob der Hörer das nun auch so sieht, es ebenso spannend und positiv findet ist natürlich die andere Seite, aber dieses Geschiebe bleibt eine individuelle und Flowers meinte abschließend dazu:“…irgendwann werden wir bestimmt mal ein deutlich abgespecktes Album machen. Einfach, weil das in uns steckt. Aber für das Neue gilt das definitiv nicht.“