Kelly Lee Owens – Inner Songs

KELLY LEE OWENS setzt sich mit dem Verlust auseinander, während sie clubtaugliche Beats mit roher und ehrlicher Lyrik in Einklang bringt.

Kelly Lee Owens ist seit langem eine Meisterin im Basteln von wunderschön strukturiertem und dennoch knallendem Techno-Pop und beweist es einmal mehr direkt im eröffnenden Stück „Arpeggi“, ein nach und nach aufgebautes instrumentales Radiohead-Cover, über “being brought back to the surface from a dark place” und fungiert zugleich als klangliche Wiedergeburt. Gefolgt von „On“, einem fast chorischen Schimmer auf der Tanzfläche, der den Schmerz eines Beziehungsendes offenlegt. Aber wenn sich der Beat auf halbem Weg verstärkt, wird Owens’ innere Melancholie durch eine pulsierende Technoproduktion maskiert. Es ist fast so, als würde sie die Tränen wegwischen und sich langsam mit dem Verlust abfinden.

Owens berührt ähnliche Momente des Techno-reichen Pops, der auch ihr Debüt so erfolgreich machte, und führt hier mit ihrer bisher dynamischsten Musik fort. Mit experimentellen Einflüssen von R&B und sogar einem Gastauftritt von John Cale von Velvet Underground baut Owens weiterhin Ihren einen eigenen Ruf auf, der jedoch direkt auf kraftvolle Veränderungen und Selbstfindung ausgerichtet ist. „Lucid“ fasst das Album am Besten zusammen und beginnt mit gedämpften Wellen von Synth-Streichern und Owens’ flehendem Gesang („Different from the rest, don’t you see it? Somewhere in between, lucid, lucid“). Schließlich ertönt ein tickender Schlag und ihre Stimme, die das Wort „lucid“ wiederholt und sich dabei in der Nachtluft aufzulösen scheint. 

Einige Songs sind eher lyrisch fokussiert, während andere (wie das Arthur Russell Tribut „Arthur“) Owens’ sanfte Stimme als Instrument verwenden. Der poppigste Moment der Platte ist „Throwing Lines“, dass eine seltsam zuckerhaltige Gesangsmelodie enthält. „Keep Walking“ klingt wie eine bewusste Hommage an Massive Attack’s „Teardrop“ mit einem langsamen, knisternden Beat und luftigen Elizabeth Fraser-artigen Gesängen. Owens’ Album scheint ein bisschen verstreut und überall zu sein, aber die zugrunde liegende Botschaft, die auf Akzeptanz und Heilung basiert, nutzt Owens, um Ihr breites Spektrum an Erkundungen und Geschichten nochmals zu erweitern.