The Chemical Brothers – Further

‚ We Are Not The Night ‚ war ein Album, mit dem die Chemical Brother vielleicht auch ein Experiment gewagt haben. Immerhin fand man sich in dieser Platte nicht gerade in gewohnter Umgebung wieder. Schlagkräftige Beats, eingängige Vocals und wunderschöne Melodien bescherten dem Duo aus London einen vergrößerten Bekanntheitsgrad und unzählige neue Fans. Man könnte wohl als Resúme durchaus sagen, Experiment gelungen. Vielleicht sind die Chemical Brothers auch aus diesem Grund vom Schema der letzten Platte abgewichen und veröffentlichen mit ‚ Further ‚ ein schwerzugängliches Album mit langen Atemwegen und einer scheinbar dezimierten Trackliste. ‚ Snow ‚ zeigt dem Hörer dann auch sogleich wohin die psychedelischen und mystischen Wege der Chemical Brothers in den nächsten 50 Minuten verlaufen.

Doch um unnötige Übertreibungen zu verhindern sei gesagt, das mit ‚ Further ‚ eine Rückkehr zum früheren melodischen Stil gefunden wurde, die konzentrierte Anordnung skizziert nun ein anderes Bild und der Zeitraum scheint einer weitläufigen Leere zu gleichen. ‚ Escape Velocity ‚ überdehnt diesen Aspekt auf elf Minuten Spielzeit. Der Aufbau ist in den ersten Minuten herrlich zu beobachten, die Dynamik wächst schrittweise an, bevor Sie schließlich Ihren Höhepunkt in treibenden Beats findet. Der Songs selbst verhält sich dabei wie eine gewaltige Welle, die alle vorausgegangen ruhelos nach vorne peitscht. Es mag zu Beginn spannend erscheinen, doch diese Art des Songaufbaus wiederholt sich leider im Folgenden und lässt ‚ Further ‚ dadurch ein wenig abgenutzt erscheinen.

Mit starkem Widerhall und einer kurzen Einführung geleiten uns die Chemical Brothers in das nächste Stück ‚ Another World ‚ mit phantastischen welligen Synthies und verträumten Vocals. Stimmlich ist dagegen gespart worden, ebenfalls ein Grund warum die Songs auf ‚ Further ‚ nun nicht mehr so ohne weiteres in die Gehörgänge preschen. Fast schon lieblich erklingen die Melodien zu ‚ Dissolve ‚ in den anfänglichen Sekunden, bis die Drum-Machine Ihr übriges unternimmt um daraus eine neue Nummer zu formen. ‚ Horse Power ‚ knüpft an Acid-Nummern vergangener Tage an, während ‚ Swoon ‚ mit sauren Beats und einer handvoll Scherben zischende Geräusche durch die Boxen jagt. Insgesamt zeigen die Chemical Brothers neue Wege und keinerlei Spuren von Müdigkeit. Ob einem das nun Gefallen muss, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks. Doch zumindest ist die Überraschung der neuen Songs auf ‚ Further ‚ mehr als gelungen.