The Black Keys – Delta Kream

DELTA KREAM ist die von den BLACK KEYS inspirierte und aufrichtige Hommage an Blues Legenden wie R.L. Burnside, John Lee Hooker, Junior Kimbrough, Mississippi Fred McDowell und Big Joe Williams.

Das neue, zehntes Album „Delta Kream“ der Black Keys ist schon das zweite Album der Band, auf dem ausschließlich Blues-Cover zu hören sind. Aber nicht allseits bekannte aus dem klassischen Blues-Katalog, sondern eine aufrichtige Hommage an Blues Legenden wie R.L. Burnside, John Lee Hooker, Junior Kimbrough, Mississippi Fred McDowell und Big Joe Williams. Der ominöse Opener „Crawling Kingsnake“ startet perfekt mit einem reichen Rhythmus, der praktisch in den matschigen Mississippi-Blues eintaucht. Es ist nicht nur eine respektvolle Wiedergabe des Klassikers, sondern stellt auch das, was die Black Keys am besten können, in den Vordergrund: Ihren einzigartigen Geschmack, der jeden Song, den sie spielen – unabhängig davon, ob er von ihnen geschrieben wurde oder nicht – ihn als Ihren eigenen klingen lassen.

Eine andere Sache, die für dieses Album spricht, ist die Tatsache, dass es ohne viel Probe aufgenommen wurde. Laut Dan Auerbach genügten dafür einige Nachmittage. Man kann es erkennen, weil sich die Sessions authentisch, feierlich anfühlen, grobkörnig, roh und spontan, anstatt überproduziert und poliert. Und so mag auf den ersten Blick das 10. Studioalbum ein heikles Rock’n’Roll-Klischee verkörpern. Es ist eine Sammlung von Covers, ein Versuch, dorthin zurückzukehren, wo sie einst herkamen. Viele legendäre Musiker spielten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Delta-Blues, aber Auerbach und Carney wurden hauptsächlich von Junior Kimbrough angezogen, einem Bluesmann aus Mississippi, dessen Karriere erst in den 1990er Jahren begann, als die zukünftigen Black Keys noch Teenager waren.

Kimbrough hat ursprünglich etwa die Hälfte der Songs aufgenommen, die die Black Keys für „Delta Kream“ rausgesucht haben. Von Kimbrough’s lebhaften „Sad Days Lonely Nights“ bis zu Hooker’s „Crawling King Snake“ und Burnside’s heimsuchenden „Going Down South“, das hier im gruseligen Falsett gesungen wird, fängt „Delta Kream“ die Essenz dessen ein, was diese Musik so unverwechselbar werden ließ und lässt damit auch endgültig die anfänglichen Gedanken eines Klischees im trüben Mississippi versinken. Es ist lakonisch, säuerlich strukturiert und eine perfekte Balance zwischen der Lo-Fi-Prahlerei und dem scharfen Ohr der Black Keys für die Mississippi-Blues-Traditionen, die sie inspiriert haben.

7.8