The Black Eyed Peas – The E.N.D

In den letzten Wochen und Monaten gab es vorallendingen ein Thema, das in keiner Boulevardzeitung fehlen durfte und das manchmal sogar die Titelblätter für sich beanspruchte. Die Rede ist natürlich von der Meldung des neuen Black Eyes Peas Album und die darauf folgenden Trennungsgerüchte. Tatsächlich bestreiten zwar alle vier Mitglieder Ihre Auftritte gemeinsam, doch finden die drei Herren die vielen Soloausflüge Ihrer Frontfrau nicht so prickelnd und während nach den Shows regelmäßig die Clubs unsicher gemacht werden, befindet sich Fergie schon wieder auf der Heimreise. Vielleicht ist mit ‚ The E.N.d. ‚ auch wirklich das Ende angebrochen, vielleicht bedeutet es schlicht und ergreifend nur „Energy Never Dies“, wie es uns der Albumtitel glauben lassen will. Aber höchstwahrscheinlich gehört das alles zu einem perfekt ausgeklügelten Plan der Plattenfirma, um das neue Werk auch zahlreich unter die Menschen zu bringen. Da gehört selbstverständlich das aktuelle Statement von Fergie dazu:“Put it this way, I’ve experimented definitely, but I have never had a steady girlfriend“. Damit die Männerwelt darüber noch glücklicher darüber sein darf, gibt es mit der nächsten Single den Beweis: „You’ll like our next video, for I Got A Feeling, because I have a little girl-on-girl tease section of the video. I met the girls right before we did the scene. They were beautiful. They were hot. One of them was the director’s girlfriend — so he was happy!” Was davon nun alles der Wahrheit entspricht, wird keiner mit Sicherheit beantworten können und deshalb auf zur neuen Platte ‚ The E.N.d. ‚ mit dem Opener ‚ Boom Boom Pow ‚. Ein viel diskutierter Song, krass, pochend, unermüdlich und verdammt trocken – Geschmackssache eben. Nur eins ist klar in diesen Tagen: The Black Eyed Peas sind Ihren Underground Ambitionen schon lange entronnen und haben mit dem fünften Studioalbum, dem dritten mit Sängerin Fergie, wieder einen Schritt Richtung glamourösen Mainstream-Pop gewagt. Auch ist sicher, das die Vier aus Los Angeles Radio und Internet in diesem Sommer beherrschen wie keine andere Band. Doch leider muss davor der Titel korrigiert werden: Denn „The Energy Never Dies“ passt nicht ganz zu neuen Platte der Black Eyed Peas. Zwar fährt auch der zweite Track ‚ Rock That Body ‚ treibende Bässe unter die Haut und nagelt uns damit eine stampfende Dance-Nummer an die Brust, aber nach ‚ Meet Me Halfway ‚, einer netten Mid-Tempo Nummer, flacht die bis dahin aufsteigende Begeisterung schnell wieder ab. Es folgen uninspirierte Elektro-Pop Nummern wie ‚ I Gotta Feeling ‚ oder das gleich klingende ‚ Alive ‚ und endet erst nach dem Nerv-treibenden ‚ Ring-A-Ling ‚. Ja – wer hier an sein Telefon denken muss liegt nicht weit von den Tatsachen entfernt. „Ring-A-Ling/ Ring-A-Ling/ Ring-A-Ling“ ertönt es immer und immer wieder vom kreativen Kopf der Band Will.i.am. Somit endet die Misere erst nach einer knappen halbe Stunde mit dem äußerst mitreißenden Song ‚ Out Of My Head ‚. Ein bisschen funky, ein wenig catchy und eine Fergie, die mit voller Seele Ihre Strophen ins Mikro singt. Auch ‚ Showdown ‚ weiß zu überzeugen, „This is how we do it/ This is how we go/ This is how rock“. Ja es rockt, zwar nicht mehr so konstant wie zu Zeiten von ‚ Monkey Business ‚ aber ausreichend. Mit ‚ Rockin To The Beat ‚ folgt eine weitere Funk Nummer mit einem rappenden Will.i.am. in Höchstform und zum Schluss findet sich noch eine wundervoll eingängige Psychedelic Nummer. ‚ The E.N.D. ‚ hat zumindest damit ein würdiges Ende gefunden und wie gesagt: Der Sommer 2009 wird fest in den Händen der Black Eyed Peas liegen.