Snail Mail – Lush

Die Teenager-Indie-Rockerin Lindsey Jordan nimmt uns auf Ihrem Debüt „Snail Mail “ mit auf eine Reise durch ihre innersten Gefühle und Wünsche. Die Sängerin, die kurz nach dem Abitur dieses Album geschrieben und aufgenommen hat, zeigt uns im Laufe der zehn glatt geschliffenen Tracks ihre Seele – gefüllt mit Herzschmerz, Verwirrung und Einsamkeit. Vorgetragen in einer ungefilterten und unprätentiösen Ehrlichkeit. „Pristine“ ist ein kaltes, klassisches, unerwidertes Liebeslied. Mit sehnsüchtiger Instrumentierung bekennt sich Jordan zu einer Freundschaft, aus der nicht mehr geworden ist und zeigt uns im folgenden „Speaking Terms“, dass eine flüchtige Teenager-Romanze im großen Plan der Dinge belanglos erscheinen kann: „If it’s all ash and dust/ Well, then I won’t let you take me for a ride“.

Beeindruckend ist zu jeder Zeit der emotionale Schub ihrer Musik, obwohl sie über unerwiderte Zermürbungen, langweilige Partys und die akute Einsamkeit schreibt, mitten in der Nacht allein in einer Vorstadtküche zu stehen. Das Selbstbewusstsein, das Jordan’s lyrischer Verwundbarkeit zugrunde liegt, kommt im Debüt durch die hymnische Dual-Gitarren-Herangehensweise zum Vorschein. Überlagert wird diese lediglich von ihrer starken, klaren Stimme und sogar einem französischen Horn auf dem melancholischen „Deep Sea“. Ob wir nun Uptempo-Indie-Rock auf „Heat Wave“ und „Golden Dream“ hören, oder langsam brennende Meditationen wie „Stick“ – Jordan gelingt es eigentlich immer wieder, einen weiteren großartigen Riff oder Hook unterzubringen.

Snail Mail fällt in dieselbe Kategorie wie Frankie Cosmos, (Sandy) Alex G und Courtney Barnett, die ihre Lieder eher formal konventionell klingen lassen und ihren lyrischen Inhalt nur ein wenig durch zarte und nicht so zarte Schnörkel beleben. Eben perfekte Miniatur-Popsongs, die insbesondere im Fall von Snail Mail herrlich unbelastet und ehrlich daher kommen.

8.0