Shugo Tokumaru – Port Entropy

Müsste man das neue Werk von Shugo Tokumaro in einer zusammenfassenden Übersicht erklären, würde das in etwa so aussehen: Der 30jährige Japaner schichtet Flöten, Akkordeon, Mundharmonika und Xylofon über aufmunternde Gitarrenmelodien und erzeugt so einen regenbogenfarbigen Klangteppich voller Wärme. Mit sanftem japanischen Gesang schafft Singer/Songwriter Shugo einen ganz eigenen Mix aus Klangschichten, in denen der Hörer ständig neue Tiefen entdecken kann. Als ersten Vorgeschmack gab es bereits den Song ‚ Rum Hee ‚ zum kostenlosen Download auf der Website von City Slang und das Video zum Song ‘ Lahaha ‘ in sehr liebenswerter Optik. Animation ist es und was hätte an dieser Stelle auch treffender auf den Sound des Japaners einwirken können, als die Verbindung von abstrakt zu einer realen Wirklichkeit. ‚ Port Entropy ‚ ist einfach gesagt, ein Fest. Vorbei ist es mit den düsteren und introspektiven Ansichten einer beklagenden Feindschaft in unserer erwachsenen Realität. Fast überall findet man auf der Platte helle Farben und ansteckende Lebensfreude. Leider bewirkt das nach Hälfte der Songs auch in gewisserweise eine Übersättigung. Es überfluten uns die sonnigen Ansichten Shugo’s von Kopf bis Fuß und wirken teilweise gar beengend. Befreiend wird es dagegen mit der schönen Ballade ‚ Laminat ‚ und dem klagenden Klavierstück ‚ Linne ‚. Sein Talent, dutzende Schichten von winzigen musikalischen Elementen übereinander zu legen ist in kleinen Dosierungen auch sehr ansteckend, doch sein Handwerk würde schlussendlich besser in das Komponieren von Filmmusiken passen. Am Ende des vierten Albums darf geschrieben werden, dass die ungezügelte Lebhaftigkeit vielleicht ein bisschen weit hergeholt ist, doch bleibt sie zweifelsohne sehr aufrichtig. Die Tatsache, dass das gesamte Album auf japanisch eingesungen wurde, ist dagegen von geringer Bedeutung und trägt eher noch zu einem höheren Niedlichkeitsfaktor bei. Shugo Tokumaro fährt nun wieder in seinen Heimathafen ein, konnte seine meisterhaften Fähigkeiten erneut unter Beweis stellen und kreierte ein müheloses Album, das uns zum Trotz ein Grinsen über beide Ohren abringen konnte.