Shopping – The Official Body

Als die Londoner Punks von Shopping im September den ersten Vorgeschmack auf ihr drittes Album „The Official Body“ gaben – mit dem Song „The Hype“ – sagte die Sängerin Rachel Aggs, das Lied sei „a wake up call“. Sie flehte die Fans des Trios an, “always question what’s presented to you, and don’t just sit around and think about making change before it’s too late,” und fügte hinzu, “It’s also a party song!” Das gesamte Album hämmert einem diese Grundstimmung ein und bietet eine rebellische Denkweise unter Peitschenhieben von Punk-Funk. Es ist nicht überraschend, dass „Control Yourself“ so sardonisch ist, wie der Name andeutet, und dass ‚Suddenly Gone“ überall die Fingerabdrücke der Occupy-Bewegung aufweist: “Turn up the heat and break a sweat / We’ll take your money and that’s a threat / When will you recognise a single consequence”. 

Dies ist eine Platte, zu der man tanzen kann, aber es ist auch eine Platte, mit der man die Welt um sich herum hinterfragen kann. Während die Singles des Albums und die ersten beiden Songs „The Hype“ und „Wild Child“ für jeden, der die Band schon einmal gehört hat, als Standard erscheinen mögen, hat ihr Sound neue Energie gewonnen, die vielleicht bei ihrem zweiten Album „Why Choose?“ fehlte. Es besteht dennoch die Gewissheit, dass sie derzeit die besten in diesem, wenn auch recht nischenhaften Genre sind. Besonders inspiriert ist die rasante Bass-Linie von Easter über „Wild Child“, in der Aggs beklagt, dass ihre Idole nicht immer das sind, was sie zu bieten haben. 

Es gibt jedoch auch eine buchstäbliche Ausdehnung des Sounds von Shopping, da sie zum ersten Mal Synthesizer und Samples verwenden. Die Synthesizer erscheinen zuerst auf „Wild Child“, werden aber im Laufe des Albums immer dominanter. In der zweiten Hälfte des Albums hämmert das positiv düstere und launische „Discover“ besonders diesen Sound nach Hause. Vor allem aber bleiben Shopping ihrem Lo-Fi-Sound verpflichtet, wenn auch mit einem volleren Produktionssound, den der frühere Frontmann von Orange Juice verwirklicht hat. „Asking For A Friend“ und „Suddenly Gone“ sind zum Beispiel nur hervorragende Beispiele dafür, dass die Band das tut, was sie am besten kann: schnelllebigen, nachdenklichen, verträumten Post-Punk mit einem sozialen Gewissen, das uns als Hörer auf Trab hält. 

Die Fähigkeit der Band, neue Ideen aus einem ziemlich etablierten Sound herauszuarbeiten, bleibt eine beeindruckende Leistung, die man bewundern muss. Insgesamt ist „The Official Body“ ein weiteres großartiges Album von einem der besten Underground-Talente Großbritanniens, das möglicherweise nicht mehr so lange im Untergrund verweilen wird.