Sea Wolf – White Water, White Bloom

Muss gute Musik kompliziert sein? Nein natürlich nicht. Den Beweis lieferten vor einigen Wochen Sea Pony mit Ihrem Album ‚ Go With Me ‚ und zeigen: Einfachheit ist unter anderem eine der wichtigsten Tugenden im Indie-Pop, und diese wurde von der Band aus Seattle mehr als beherzigt. 12 Songs in 34 Minuten, alle in der Tonart Dur geschrieben. Der Titel des verführerischen Debüts in Kombination mit der Musik, spiegelt ein unschuldige, idealisierte Romantik wieder. Sea Pony sind übrigens im wahren Leben Sängerin Jen Weidl und Gitarrist Danny Rowland. Jen und Danny sind ein Paar und wahrscheinlich haben auch Sie Differenzen im realen Leben, doch verzichten sie diese in Ihren Songs zu thematisieren. Ok mit Blick auf Titel Nummer 5 ‚ I Really Do ‚ findet sich vielleicht ein leiser Unterton von Liebeskummer und Unsicherheit. Es ist ein Schlaflied voller klimpernder Vibrationen, umgeben von einer näselnden Sanftheit. Das Album beginnt mit dem richtigen Fuß und steckt uns in der Single ‚ Dreaming ‚ in eine flotte, ansteckende Melodie mit spitzen Gitarren-Riffs und einer einfachen, aber doch unwiderstehlich-Gesangsmelodie von Weidl. ‚ Into the Sea ‚ ruft den Surfer-Rock aus und wird nur durch klatschende Hände und einer fingerfertigen Arpeggio unterbrochen. Zugleich ist es aber auch der lange Weg mit seinem durchdringenden Gefühl der Wehmut. Bei den Instrumentierungen gelingt Sea Pony eine reibungslose Mischung aus sanft verwischten Gitarren und einer wohl dosierten Drum-Programmierung. Es erinnert ein wenig an die Young Marble Giants, nur ohne die dort herrschende Eiseskälte. ‚ Go With Me ‚ bietet keine Ecken und Kanten, keinen Zynismus, oder gar den realistischen Blick auf Beziehungen. Weidl und Rowland scheinen sich kein bisschen darum zu kümmern. Sie sollten es aber auch nicht. Und trotz seiner betäubenden Gleichheit, gelingt ‚ Go With Me ‚ schlussendlich genau das, was es erreichen wollte: ein schläfriges, schnörkelloses Album, welches sich an einem Sonntag Nachmittag auf dem Sofa gemütlich einkuschelt, den sonnenüberfluteten Rocksongs lauscht und damit gerade noch rechtzeitig im Sommer angekommen ist.