Sam Prekop – Comma

COMMA ist eine Übung in Sachen Geschmack, Fachwissen und Können, und es ist ein Beweis (falls es jemals Zweifel gab), dass zeitgenössische modulare Synthesizer mit hochemotiven und schönen Effekten verwendet werden können.

Obwohl viele Sam Prekop zu Recht mit dem luftigen Post-Rock-Sound assoziieren, den er in seiner Band The Sea and Cake oder mit seinen frühen Soloalben zelebrierte, wandte sich der Musiker aus Chicago in der Zeit seines 2010er Soloalbums „Old Punch Card“ langsam den elektronischeren Klängen zu. Die formlose modulare Synthese dieses Albums führte fünf Jahre später in „The Republic“ und zu einer etwas strukturierteren Elektronik. Weitere fünf Jahre später erreichen Prekop’s elektronische Klänge auf „Comma“ ein neues Maß an Komposition und emotionaler Klarheit. Prekop experimentierte bereits damit, komponierte Songstrukturen und integrierte diese in „The Republic“, aber die Sounds waren dort noch frenetisch und blechern.

Der Sound auf „Comma“ ist dagegen deutlich fokussierter und pop-orientierter und ruft dieselbe Mischung aus computergestützten Sounds und menschlichen Gefühlen hervor, die einige der beliebtesten elektronischen Pioniere definiert haben.  Auf „The New Last“, das eine Art gebürstete Hi-Hat und gelegentlich eine Kick-Drum-Kulisse bietet, malt Prekop mit psychedelischer Farbe, schafft es aber dennoch, als Einheit zu agieren und ihnen ein ruhiges, zurückhaltendes Gefühl zu verleihen. Bei „Approaching“ und dem abschließenden „Above Our Heads“ flirtet er mit den Geräuschen von Maschinen, die selbst surren und klicken. 

Es gibt Songs, die dicht konstruiert sind, wie „Summer Places“, oder Songs wie „Circle Line“, die manchmal so ätherisch sind, dass sie fast alle zusammen vor der Stereoanlage zu schweben scheinen. Zu jedem Zeitpunkt lässt sich die Anzahl der einzelnen Elemente im Mix zählen: Drumcomputer, ein oder zwei rhythmische Synth-Parts, eine oder zwei harmonische oder melodische Ebenen, die durch Filter gespeist werden. Die Schichten rollen auf angenehm glatte, organische Weise übereinander und entwickeln sich dabei kontinuierlich weiter. 

Diese eingangs erwähnte modulare Synthese bietet dabei so viele Möglichkeiten und trotz einiger kreativer Sackgassen gelingt es „Comma“ weitgehend, die attraktivsten Elemente von Ambient und Electro zu einem berauschenden Gebräu zu verschmelzen.