SARAH CONNOR Not So Silent Night
Ein überraschend eigenständiges Weihnachtsalbum voller Soul, Motown-Vibes, ehrlicher Gefühle und popkultureller Visionen: SARAH CONNOR liefert mit NOT SO SILENT NIGHT einen festlichen Genre-Mix zwischen Trubel, Trost und Tanzfläche.
In einer Zeit, in der die meisten Weihnachtsalben wie Fließbandprodukte wirken – glattgebügelt, vorhersehbar, oft lieblos – schlägt „Not So Silent Night“ von Sarah Connor eine angenehm andere Tonlage an. Kein „Ave Maria“, keine 27. Coverversion von „White Christmas“, sondern 13 eigene Tracks, die mal scheppern, mal sehnsuchtsvoll flackern, aber vor allem: Sarah Connor durch und durch sind.
Das Cover ist dabei mehr als nur Beiwerk: Mit geschlossenen Augen und betenden Händen zeigt sich Connor verletzlich, aufrecht, entschlossen. Ihre Pose – fast Madonna-artig – wird durch das Art-Déco-Rahmenwerk eingerahmt, das so gar nicht nach „Stille Nacht“ aussieht. „Not So Silent Night“ ist damit auch eine Art Statement: Weihnachten ist kein reines Friede-Freude-Kerzenschein-Fest, sondern ein Spannungsfeld aus Erwartungen,
Tracks wie „Jolly Time Of Year“ grooven los wie aus einer Motown-Jukebox gefallen. „Ring Out The Bells“ kommt mit Glockenschlag und Soul-Refrain daher, während der Titelsong fast schon pop-punkige Gitarren zitiert und den typischen Festtagswahnsinn als Hymne feiert: „It’s not so silent night – there’s screaming, there’s laughing, there’s crying and wine.“
Zwischendrin schleichen sich zarte Balladen wie „24th“ oder das aufrichtig-traurige „Santa, If You’re There“ ein, letzteres ein Gruß an Connor’s verstorbene Großmutter. Hier wird die Stimme weich und brüchig – und damit umso durchdringender. Und ja, der ironische Track „(1,2,3,4) Shots of Patron“ lässt einen förmlich in glitzernden High Heels auf dem Wohnzimmerteppich tanzen.
Nicht alle Stücke zünden gleichermaßen – „Quiet White“ etwa versinkt im sentimentalen Schnee – doch was bleibt, ist ein Album, das mehr will als nur Feiertagsmusik liefern: Es will erzählen, verbinden, einrahmen.
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