Portugal. The Man – In The Mountain In The Cloud

Es bleibt für mich einfach verrückt zu glauen, Portual The Man könnten noch ein besseres Album als ‚ The Satanic Satanist ‚ aus dem Jahr 2009 aufnehmen. Ein förmliches Ding der Unmöglichkeit. Zu viele Sound-Schichten, zu viele Details, zu viele Hooks, beschäftigen mich auch noch zwei Jahre nach dem Release und selbst wenn mit ‚ American Ghetto ‚ im letzten Jahr Qualitätsware veröffentlicht wurde – ‚ Everyone Is Golden ‚ dreht noch immer seine unaufhaltsamen Kreise in meinen Hirnwindungen. Portugal The Man haben bereits sechs Langspieler unter die Menschen gebracht und auch die neue Platte ‚ In the Mountain, In the Cloud ‚ verfolgt die bekannten Strukturen erfolgreicher Songs der Herrschaften aus dem fernen Alaska. Natürlich hat sich über die Jahre ein enomer Respekt gegenüber der Arbeit von Portugal. The Man aufgebaut, doch ich weiß es auch nicht, vielleicht liegt es an dem ersten „großen“ Label, worauf ‚ In the Mountain, In the Cloud ‚ veröffentlicht wurde, dass es dieses Mal einfach…anders klingt. Es ist in jedem Fall kein Psychedelic-Rock, siedelt man die Musik trotzdem in diesem Genre an, gilt es zum Großteil den Texten von Frontmann John Gourley. Dieses Album erzählt über das Leben eines kleinen Jungen, der in Alaska sein Kindheit verbrachte und dort über den Hinterhof einzig die gefrorenen Ebenen bis zum Horizont erblickte. Man spürt deutlich die schwerwiegenden Einflüsse des Vaters, den Lektionen in der freien Wildnis und den daraus entstandenen (- und einzigartigen) Geschichten. Was dann leider den störenden Nebengeschmack verursacht, ist die dünne und manchmal auch ausdruckslose Stimme von Gourley. Doch davon abgesehen, bleibt es ein Album mit starkem Zusammenhalt und verheimlicht dadurch auch die schwierige Aufnahmezeit, in der die Band laut Gourley einige ernsthafte Probleme hatte: “It was honestly a mess, it was just a total mess,” erklärte Gourley. “The band wasn’t communicating and I wasn’t expecting that to come right away. But we were just in and out of the studio, whoever was working, we’d work for hours but it was just pretty much one person at a time and we weren’t really talking about it. It wasn’t because we hated each other or anything, it’s just we hang out everyday. It just got to that point where we needed some space.” Aber in Anbetracht solcher nahtloser Übergänge, wie vom verträumten ‚ Forever Sleep ‚ zur eingängigen Rock-Nummer ‚ Got It All (This Can’t Be Living Now) ‚ zeigen auch weiterhin, dass es egal ist wie viel Material auch gelöscht wird, oder wie viel Mühe Sie mit dem Zusammenleben als Band haben – Portugal. The Man brechen mit jedem neuen Release Ihre eigenen musikalischen Grenzen. Schlussendlich hab ich von vielen Menschen gehört, dass der 8. Titel ‚ All Your Light (Times Like These) ‚ der beste Song auf dem Album ist und ich kann dem eigentlich nicht viel hinzufügen. Das stetige eindringliche Beat Intro, während Gourley die ersten Zeilen fallen lässt: „I’m just a shadow of a bigger man\ growing brighter with each year I am’ just set the damn mood“, sind wowohl textlich auch als musikalisch ein echtes Schwergewicht von Portugal. The Man. Es bleibt ein großartiges Album, dass mich während diesen Minuten wahnsinnig fesseln konnte und wer weiß: mit ein wenig mehr Zeit könnte es auch ‚ The Satanic Satanist ‚ ablößen – wenngleich auf eine andere Art und Weise.

7.4