Rapsody – Eve

Jeder der Titel auf dem neuen Studioalbum von Rapsody ist nach einer schwarzen Frau benannt, die nicht nur Künstlerinnen, sondern auch grenzüberschreitende Aktivistinnen und Geschäftsfrauen, Sportlerinnen und Models, sowie eine Figur aus dem Film Set It Off (porträtiert von Queen Latifah) in ihren Bann zieht. Für den Titel des Albums bezieht sich Rapsody auf das Buch der Genesis und vereint und ehrt damit die schwarze Weiblichkeit, wie auch sich selbst. Es gibt kein Überspringen, kein schnellen Vorlauf, kein Zurückspulen und kein Anhalten. Jedes Lied wird von Anfang bis Ende gehört. Das eröffnende Stück „Nina“ offenbart einmal mehr das emotionale Gewicht ihrer Stimme – diese ist wie keine andere. So viel Leidenschaft. Eine Frauenstimme rezitiert Gedichte. Das Gedicht setzt sich mit dem Takt fort. 

In „Cleo“ erstrahlt erneut die gesamte Kraft in ihrem Ton. Unerschütterliches Vertrauen. Sie meint jedes Wort ernst. Rap klopft mit erhobenem Kinn und ausgestreckter Brust. Dicht referenziert und sorgfältig ausgearbeitet, sind Rapsody’s Texte aus dem gleichen Stoff gewebt, wie von Jay-Z oder Lauryn Hill. Sie ist eine Geschichtenerzählerin und gleicht ihre Weisheit mit trockenem, verspieltem Witz aus. Außerdem ist sie die Königin des verachtungsvollen Einzeilers. “I ain’t feeling you like I ain’t feeling new Kanye,”, kündigt sie bei „Whoopi“ an. Der spielerische Flow von Rapsody spiegelt sich in der formverändernden Inszenierung wider, die Nostalgie mit zukunftsweisenden Schnörkeln in Einklang bringt, ebenso wie der engelhafte Background-Gesang von Aaliyah. 

Es gibt solide Gäste an Newcomern, wie der New Yorker Rapperin Leikeli47, sowie den Legenden D’Angelo und GZA. Aber Rapsody selbst ist der unbestrittene Star auf dieser Platte. Ihr Verdienst an ihren Leuten und ihrer Kultur ist unbestreitbar.