Philadelphia Grand Jury – Going To The Casino EP

Philadelphia Grand Jury. Ein ungewöhnlicher Name, hinter dem drei verrückte Typen aus Sydney stecken. Eine Band die aus der Laune und zur Freude an der Musik entstanden ist und den geistigen Anstoß auf einer Party fand. Dort spielte damals eine nicht gerade zimperliche College-Punk-Band und brachte Dan W Sweat auf den Gedanken, es mal selbst zu versuchen. Da es aber bekanntlich als Ein-Mann-Band schwer fällt, den großen Sound auf die Bühnen zu zaubern, rekrutierte er kurzerhand an diesem Abend MC Bad Genius am Bass. Als Berkfinger eines Tages unseren Held Dan mit einer nicht lizenzierten Schusswaffe ertappte, bot dieser Ihm spontan einen Platz in der Band an, mit der Abmachung nicht die Polizei zu informieren. Das Ganze ist kein Witz, es geschah tatsächlich und aus den drei Australiern wurde letztes Jahr das Trio Philadelphia Grand Jury. Das man nun keine normalen und klassischen Songs wie Strukturen zu erwarten hat, sollte an dieser Stelle klar sein. Bedächtig und mit einem kleinen Schmunzeln auf den Lippen stehen die drei Australier nebeneinander zu flammenroten Hintergrund auf dem Cover Ihrer ersten selbstproduzierten EP ‚ Going To The Casino ‚, die auf dem eigenen Label Normal People Making Hits erschienen ist. Leider nur in Australien, doch in dem Zeitalter wo sprechende Roboterhunde auf Befehl das Bein heben, sollte es auch kein allzu großen Problem darstellen, die EP über die verschlungenen Wege des Internets käuflich zu erwerben. Denn soviel sei verraten, der Kauf ist in jedem Fall Pflicht für alle Fans des skurillen Kickass-Rock’N’Rolls, wie es Philadelphia Grand Jury auf Ihrer EP in den vier Songs genüsslich zelebrieren. Den unüberhörbaren Einstieg samt lautstarken Schrei liefert hier zugleich der gleichnamige Opener. Hier rollen die Gitarren, zähnefletschender Punk Rock, messerwetzender Garagen-Rock verfolgen Sänger und Gitarrist Dan Sweat, doch der Mann ist mindestens und fast immer zwei Schritte weiter Vorne. Aber um es klar und leicht verständlich für jedermann auf den Punkt zu bringen: Die Platte rockt! Hier besteht ernsthafte Verletzungsgefahr. Deshalb alle Gegenstände und Wohnungsmöbel schnell in die Ecken geschoben und ab geht die wilde und total bekloppte Party! Müsste man den Sound und die Tracks mit einem Wort beschreiben, die Wahl würde ohne mit der Wimper zu zucken auf „bescheuert“ treffen. ‚ Pitch Shifter Blues ‚ kommt, wie es der Name bereits nachhaltig verspricht, reichlich verzerrt und überdreht um die Ecke gewackelt. Der Wahnsinn komprimiert auf zehn Minuten, das soll den Philly Jays erstmal einer nachmachen. Wir verbleiben in Ehrfurcht und in der sehnlichen Bitte, diese phantastische Band auch bald in unserer Nähe live erleben zu dürfen.