Puder – Puder

Eine Hammonorgel eröffnet das gleichnamige Album ‚ Puder ‚ und Catharina sing, „und ich steh nicht und ich dreh mich, und ich tanze, ich bewege mich, meine Hände, meine Träume, meine Haut ist ihre Beute, Funken fliegen, ich erliege und die Crowd vor mich macht aah!“ Es ist ein tanzbarer Einstieg den uns die Hamburger Musikerin Catharina Boutari vor die Füße legt und anschließend mit den Worten, „shake it, shake it baby, baby shake it, Schüttel meinen Kopf“, zu uns aufblickt. ‚ Click Clack ‚ wirkt dabei aber dennoch seltsam distanziert, unterkühlt und einfach arrangiert. ‚ Bessere Töchter ‚ lässt die Melodien weitläufig durch die nächtlichen Straßen huschen, während in ‚ Meinen Kinder die Welt ‚ dem Schlagzeug die Last von Orgel und Riffs auf den Rücken gebunden wurde. Schwerfällig wälzen sich die Rhythmen durch ein ernstes Thema – hier handelt es sich um die Unfassbarkeit von Völkermord. Der Refrain zitiert dabei ‚ Haus am See ‚ von Peter Fox. Allerdings nicht im Frieden, sondern im Krieg. Generell legen die Texte sehr viel Wert auf eine urbane Außenwelt und zeigen uns die Nächte von den Hochhäusern aus und erzählen über Dramen an der Bordsteinkante: „Ich steh am Straßenrand, der Abgrund kurz vor mir, mein Land ist abgebrannt.“ Reduziert auf den Gesang, begegnet uns ‚ Großstadtkonkubinen ‚ nur mit einer sanften Hintergrunduntermalung. Zugleich ist es die erste Single und erzählt von der Großartigkeit des Stadtlebens. Mein persönliches Highlight auf ‚ Puder ‚ ist das leichtfüßige ‚ Sturm ‚ mit aufgeweckten Gitarren und einem ekstatischen Kopfschütteln. ‚ Heyoh! ‚ lässt das erste Mal deutlich energischere Instrumente auf den Hörer los und auch ‚ Stranßenrand ‚ hinterlässt gegen Ende nochmals wunderschöne Herzschlag-Melodien. Insgesamt bleibt ‚ Puder ‚ von einer unheimlichen Geschlossenheit umgeben, konserviert die eigene Energie über zwölf Songs und abgesehen durch eine manchmal zu gerade Linie (die möglichen Straßenabweichungen wurden mitunter ignoriert), bleibt das Album von Catharina Boutari eine ansprechende Girl-Pop-Wanderung durch Erzählungen, die man sich gerne auch ein zweites und drittes Mal anhören möchte.

7.0