Poison The Well – The Tropic Rot

„Let the bitching begin!“ Die tragende Aussage aus dem letzten Album ‚ Versions ‚ von Poison The Well und Sänger Jeffrey Moreira. Zusammen haben er und seine unzählig wechselnden Bandmitglieder fünf Alben auf den Markt geschmissen. Einzig Chris A. Hornbrook am Schlagzeug hielt Ihm bisher die Treue und auch Gitarrist Ryan Primack kehrte nach dreijähriger Pause 2001 in das turbulente Bandgeschehen zurück. Poison The Well kommen aus South Florida und leben dort im warmen Miami. Wie soviele dort, spielen auch Sie Post-Hardcore und Metalcore- Hauptsache krachen tut es. Ein Motto das in Miami und der Umgegend immer gut kommt und zumindest regional schnell neue Freundschaften entstehen lässt. Einer davon war mit Produzent Jeremy Staska, der Artists wie Marilyn Manson, Culture, Morning Again und noch viele viele mehr groß machte und eben auch das Debüt ‚ The Opposite Of December ‚ im Jahr 1999 produzierte. Der entscheidende Schritt im musikalischen Leben von Poison The Well. Seitdem hat sich einiges getan, sieht man sich die Geschichte ehemaliger Mitglieder an könnte man meinen, hier wurde die letzten zehn Jahre mehrmals täglich durchgewechselt. Dem Sound und der Qualität hat es definitiv nicht geschadet, ganz im Gegenteil, denn auch nun mit dem fünften Album ‚ The Tropic Rot ‚ ist wieder eine deutliche Steigerung zu beobachten. Diesmal mit Steve Evetts als Produzent und dem Label Ferret Music, werden sich auch in der Gegenwart mit der neuen Platte wieder viele Nachahmer finden lassen. Gehören Poison The Well schließlich unumstritten zu den respektiertesten und bekanntesten Bands in Ihrem Genre. Ja das Genre, nicht umsonst zählen Poison The Well auch zu den experimentierfreudigen in Ihrem Fach, haben diese erfrischende Eigenschaft auch bei der fünften Platte nicht vergessen und wandern ebenso gerne neben den treibenden Post-Hardcore, wie auf unerwartete Genres. Das alles geschieht von Anfang bis Ende mit viel Konzentration und dem Händchen für starke Songs. Die Gitarren funktionieren, laufen harmonisch zusammen und einzig Sänger und Gründer Moreira klingt zuweilen für den Geschmack mancher zu weinerlich. Die Selbstsicherheit und schreiende Dynamik vergangener Tage scheinen an manchen Stellen verloren gegangen zu sein. Schade und ein wenig unverständlich, schließlich gibt es hier keinen Grund kleinlaut die Strophen ins Mikrophon zu singen. Dennoch bleibt das fünfte Studioalbum eines der besseren seiner Sorte, wieder einmal muss schon fast gesagt werden. Hoher Standart ist bei Poison The Well eben Ehrensache, genauso wie sinnvolle Veränderungen und Nischen die es auszubauen gilt.