PATTY GRIFFIN Crown Of Roses
PATTY GRIFFIN verarbeitet auf ihrem bewegenden Folk-Album CROWN OF ROSES familiäre Verluste, poetische Introspektionen und ihre eigene Verletzlichkeit in acht intensiven Songs.
Die Songs auf Patty Griffin’s neuem Album „Crown of Roses“ sind wie Fenster in ein Haus voller Erinnerungen, Trauer und kleiner Hoffnungsschimmer. Der Blick durch diese Fenster führt direkt zu einer Frau, die nicht mehr ist – Griffin’s Mutter – aber tief im Inneren dieser Lieder weiterlebt. Ihr Hochzeitsfoto ziert das Albumcover, überlagert von Naturmotiven, Vögeln, Blumen und einem See – Symbole für Aufbruch, Zerbrechlichkeit, aber auch eine stille Art von Schönheit. Die Collage wirkt wie ein poetischer Nachruf, ein „Shrine of Memory“, der in Farbe getaucht wurde – und das in melancholischem Mitternachtsblau.
Griffin, die über sechs Jahre auf neues Material verzichten ließ, verarbeitet auf diesem Werk sowohl ihre eigene Krebserkrankung als auch den Tod ihrer Mutter. Und obwohl ihre Stimme brüchiger klingt als früher, liegt gerade darin die Kraft. Gleich im ersten Song „Back at the Start“ heißt es: „There’s secrets I don’t tell ever to myself, I just keep moving.“ Diese Zeile, gesungen mit fast geflüsterter Ehrlichkeit, legt die emotionale Richtung fest. Songs wie „Born in a Cage“ oder „Long Time“ klingen wie stille Gebete – getragen von Violine, Santur und leisen Harmonien. Griffin thematisiert hier ein „Gefangensein“ – körperlich, emotional, vielleicht auch sozial.
Und wenn Robert Plant in „Long Time“ einsetzt, ist das wie ein ferner Ruf aus einem Tal der Trauer. Nur selten hellt sich der Sound auf – etwa in „I Know a Way“, wo Orgel und E-Piano eine fast beschwingte Hoffnung vermitteln, oder in der zarten Schlussballade „A Word“. Dort singt sie: „But I will never stop loving you.“ Und plötzlich scheint all das Dunkle in ein silbriges Licht getaucht. Produziert von Craig Ross und veröffentlicht auf PGM Recordings/Thirty Tigers (USA, 2025), ist „Crown of Roses“ ein leises, aber kompromisslos ehrliches Werk zwischen Folk, Americana und Songwriter-Tradition. Es ist kein Album, das sich aufdrängt. Aber eines, das bleibt.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.
