Parquet Courts – Sympathy for Life

Dieses neue Album der PARQUET COURTS ist großartig geworden. Die Dance- und Electronic-beeinflussten Tracks sind sehr erfrischend und verleihen dem Album insgesamt ein einzigartiges Feeling.

Wie so oft schreibt Savage darüber, durch New York City zu wandern, in der Hoffnung, ein wenig Verständnis zu wecken. Zweimal beschließt er, in einen Film zu gehen. Doch wohin er auch geht, er wird von seiner gewählten Isolation verfolgt. “How many days of life will I spend underground?” fragt er sich. Während „Sympathy for Life“ wird er von der spezifischen Angst gejagt, die entsteht, wenn man versucht, sich in der Reflexion eines dunklen Bildschirms klar zu sehen. Obwohl Savage’s Versuche, sich selbst in den Griff zu bekommen, einige der größten Einblicke des Albums bieten, haben sie eine seltsame Art, sich fast neben dem Punkt zu fühlen. 

Es sind Überbleibsel einer Lebensweise, die sowohl er als auch die Parquet Courts im Begriff sind, bei dem Versuch offener zu werden, verlieren. Wenn Savage den Impuls hinter der konsumistischen Gegenwart mit der Brutalität der kolonialistischen Vergangenheit in „Homo Sapien“ verbindet – beide sind “hardwired to your desire”, sinkt Sean Yeaton’s Bass bei der Erkenntnis; Es ist eine Ebene des emotionalen Bewusstseins, die über den aufrichtigen Zorn hinausgeht, den sie in „Wide Awake!“ kultiviert haben. Diese Songs sind nicht nur daran interessiert, wie schlimm die Dinge sein können, sie suchen auch nach Befreiung in der kurzen Bewusstlosigkeit.

Im Vergleich zum Rest ihrer Alben fühlt sich „Sympathy for Life“ allgemein zugänglich an. Co-Frontmann Austin Brown beschreibt es am besten: “Wide Awake! was a record you could put on at a party. Sympathy for Life is influenced by the party itself.” Es ist der Talking Heads-Fiebertraum der Gruppe: eine Fata Morgana aus anregendem, ungezwungenem, antifaschistischem Rock’n’Roll, gefüttert durch Acid-Trips und Alltagsroutinen. Nehmen wir zum Beispiel „Just Shadows“, wo uns die Bilder zurück in den Juni 2020 versetzen und den Zustand der Vereinigten Staaten insgesamt kommentieren: 

Revolutionen gegen den Klimawandel, systematische Gewalt im Polizeistaat, Facebook Verschwörungstheorien und Konsumismus, der darauf abzielte, kleine Unternehmen zu verdrängen. “Amazon fire, 20% off / Global cost, vast species death / Suggested for you,” singt Savage auf dem Track in einem verträumten Tenor, der eine scharfe Abwechslung zu seinen üblichen, rauen Klängen darstellt. Angesichts des Kontexts, dass das Album vor Sommer 2020 geschrieben und aufgenommen wurde, wirken die Texte nicht als erzwungener Kommentar, sondern erinnern daran, dass diese Momente keine Anomalien waren, sondern eher Traditionen der Ungleichheit und Apathie.

Der Einfluss von Bands wie den Talking Heads und Primal Scream sind auch auf Tracks wie „Plant Life“ deutlich spürbar. Aber wie schon bei den Talking Heads hat der Wechsel vom Punk zum Dance nicht nur eine Erweiterung des Sounds von Parquet Courts bewirkt, sondern auch dessen, was sie bedeuten und wer sie sind. Auch wenn die Band immer noch kleinere Probleme hat, zeigt dieses Album, dass sie wissen, wann es Zeit wird mit dem Denken aufzuhören und dafür die Hüften kreisen zu lassen.

8.2