Dan Deacon – Mystic Familiar

Mit dem neuen Album „Mystic Familiar“ läutet Dan Deacon seine Rückkehr zum majestätisch arrangierten Synth-Pop ein, nachdem er sich mehrere Jahre lang auf Filmmusik und seine langfristige Beschäftigung mit der zeitgenössischen klassischen Welt konzentriert hatte. Er setzt sich weiterhin mit existentialistischen lyrischen Themen auseinander und reflektiert seine persönlichen Erfahrungen, ohne dabei konkrete Beispiele zu nennen. Stattdessen konzentriert er sich auf intensive Gefühle und kanalisiert sie durch seine Musik. Dan Deacon präsentiert uns auf „Mystic Familiar“ ein Album voller skurriler Texte, intensiver Rhythmen und strahlender, sonniger Synths. Lebhafte Pop-Strukturen werden fein säuberlich in experimentelles Sounddesign eingearbeitet.

Auch Deacon’s Singstimme kommt Wayne Coyne näher als je zuvor und behält ein ähnliches Gefühl des entschlossenen Optimismus bei, auch wenn er sich einer beängstigenden, bedrückenden Welt voller Dunkelheit und Negativität gegenübersieht. Die Texte sind ermutigend und kraftvoll, ohne sich auf Selbsthilfe-Klischees zu stützen, und behalten die surrealistische Ausrichtung von Deacon’s früheren Werken bei, ohne zu karikaturistisch zu wirken. Er kann auch lustig sein, aber auch etwas anstrengend. Glücklicherweise hat er mit dem fünften Studioalbum beschlossen, die Dinge etwas langsamer anzugehen und dabei sein bisher bestes und vielleicht schlüssigstes Album zu erstellen.

Klanglich knüpft „Mystic Familiar“ an das an, wo Deacon vor fast fünf Jahren mit dem allseits beliebten Album „When I was Done Dying“ aufhörte. Angefangen mit dem kaleidoskopischen „Become a Mountain“, einer Single, die den Titelcharakter und den Erzähler des Albums vorstellt. Hier gibt er den Ton für die Platte mit einem Titel an, der sich mit der Idee von Carpe Diem befasst. Die existenziellen und meditativ geprägten Texte des Tracks werden mit Deacon’s durchdringenden technologischen Themen akzentuiert. Und dieser neu entdeckte Fokus wird nirgendwo deutlicher zum Ausdruck gebracht, als in den folgenden Songs „Sat By A Tree“ und „Fell Into the Ocean“. Die Tracks ermöglichen es uns, die von Dan Deacon geschaffene Technicolor-Welt wirklich schätzen zu lernen. 

„Mystic Familiar“ ist letztlich ein Universum voller Roboter, Ballons und Laserstrahlen. Viele, viele Laserstrahlen. Es ist ebenso schön, verrückt und verstörend. Wie die reale Welt- nur eben besser.