Muzz – Muzz

Paul Banks (Interpol, Julian Plenti, Banks + Steelz), Schlagzeuger Matt Barrick (Jonathan Fire*Eater, The Walkmen) und Produzent und Multiinstrumentalist Josh Kaufman (Bonny Light Horseman, The National, The War on Drugs) haben sich zusammen geschlossen und mit „Muzz“ nun Ihr selbst betiteltes Debütalbum veröffentlicht. Die Mitglieder von Muzz haben sich allesamt nichts mehr zu beweisen und wie in der Vergangenheit schon oft bei sogenannten Supergruppen erlebt, enttäuschten daraufhin die gemeinsam aufgenommenen Songs meist durch Mangel an Kreativität und Leidenschaft. Bei „Muzz“ erleben wir dieses enttäuschende Gefühl glücklicherweise nicht. 

Der brütende, gezackte Indie-Rock von Interpol und die Grobheit von The Walkmen wurden zurückgestellt und durch einen warmen und verschwommenen Rock mit schwindelerregenden Orchestrierungen und einem angenehmen Klangwirbel ersetzt. Der unverwechselbare, heisere Bariton von Banks bleibt jedoch erhalten und klingt polierter als je zuvor. Muzz haben sicherlich ein Talent dafür, klassische Klänge mit einer postmodernen Dynamik zu zaubern. Die surreale Qualität der Arrangements der Songs entzückt, wenn wir uns durch eine abwechslungsreiche Rocklandschaft mit erhabenen Melodien bewegen. 

Einige der 12 Tracks des Albums wirken jedoch eher wie konzeptionelle musikalische Ideen mit cleveren Arrangements, verspielten Hörnern und einer angenehmen Kakophonie aus bunten Instrumenten und weniger wie vollständig ausgearbeitete Songs. Kürzere Songs – wie das eröffnende „Bad Feeling“, „Chubby Checker“ und das wunderbar elegante „Red Western Sky“ – spielen dagegen einen einzigen Rhythmus ab oder enden zu früh, sobald diese an Fahrt gewinnen. Letztlich und angesichts der unverwechselbaren Stimme von Banks bleibt es unmöglich, dass dieses Material nicht zumindest ein wenig wie Interpol klingt. Zugleich glänzt Banks einmal mehr mit seinem Händchen für betörende und impressionistische Bilder.

Wenn es ein unabwendbares Thema gibt, beschreibt Banks es als “meditations on mental health and the quest for happiness.”. Dies zeigt sich in dem besten Song der Gruppe, „Evergreen“, mit seinem samtigen Rhythmus und den kryptischen Hinweisen auf ein unbenanntes Medikament, das das eigene Leben übernimmt. Egal ob Muzz eine dauerhafte Band oder eine einmalige Abwechslung ist, dies bleibt ein vielversprechendes Debüt von drei alten Freunden, die instinktiv die Talente des anderen verstehen.