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Schwarz-weiße Aufnahme einer verschwommen stürzenden Person in einem kargen Raum neben einem Stuhl.
ALBUM

Hoping As A Coping Mechanism MOULD

2026
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen hyperaktiver Hektik und düsterer Katharsis entfaltet die Bristoler Formation MOULD auf ihrem Debütwerk ein mitreißendes Manifest gegen die Stagnation des modernen Post-Punk. Mit ungebremster Energie verwandelt das Trio alltägliche Existenzängste in mitreißende, treibende Rhythmen.

Das plötzliche Kippen einer Bewegung erzeugt den Moment, in dem Kontrolle in pure Physik übergeht. Auf dem Cover von „Hoping As A Coping Mechanism“ stürzt eine Gestalt verschwommen zu Boden, während der Holzstuhl daneben ungerührt stehen bleibt. Es ist eine kalkulierte Inszenierung des Kontrollverlusts: Der Körper wird zum Auslöser einer Bewegung, die im statischen Raum der Welt nicht vorgesehen war. Genau an diesem Reibungspunkt setzt das Debütalbum des Bristoler Trios MOULD an.

Anstatt sich in der unterkühlten Attitüde des traditionellen Genres einzurichten, greift die Band nach einer Unruhe, die keine Pause erlaubt. Bereits der Auftakt “Misanthrope” stößt uns in ein dichtes Geflecht aus drückenden Post-Hardcore-Gitarren und unruhigen Rhythmen. Die textliche Selbstbetrachtung formuliert diesen Zustand der Überforderung ohne Umschweife: „I watch my mind decompose whilst I wait here / The inexplicable lows smother when weightless“. Es bleibt nicht bei der bloßen Bestandsaufnahme. In den Songstrukturen übersetzt sich diese innere Anspannung in plötzliche Taktverschiebungen und agile Bassläufe.

Produzent Sean Oakley verleiht dem Trio ein spürbares Fundament, das den dünnen Ästhetiken früherer Veröffentlichungen eine greifbare Physis entgegensetzt. Die Bässe von Kane Eagle drängen nach vorne, um die filigranen Gitarrenfiguren von Joe Sherrin zu stützen. In Stück wie “Emotive Language” verweben sich zackige Rhythmen mit überraschend eingängigen Gesangslinien. MOULD nutzen das Vokabular des Post-Punk nicht als Schablone, sondern als elastisches Werkzeug. Das zeigt sich in der steten Rhythmusverschiebung von “Lucid” ebenso wie in den Slacker-Rock-Anleihen von „Hatching”.

Das Textmaterial fungiert hierbei als zentraler Motor. Die Lyrics verharren nicht in diffuser Agonie, sondern sezieren den Alltag mit einer Mischung aus dunkler Ironie und schonungsloser Direktheit. In “Reshaping Nothing” heißt es ernüchtert: „Same place, same song plays / Same day different dates“. Diese Schleifen aus Routine und Gedankenspielen drohen zu keinem Zeitpunkt, das Musikalische zu erdrücken. Vielmehr erzeugt die Band eine Dynamik, die den Ängsten mit Entschlossenheit begegnet. Selbst ruhigere Texturen wie die Streicherarrangements in “Humm” unterbrechen nur kurz den treibenden Impuls des Gesamtkunstwerks.

Über die Distanz von dreizehn Stücken entstehen gelegentlich Momente, in denen die geballte Anspannung leichte Ermüdungserscheinungen zeigt. Nach dem experimentellen Zwischenspiel “///” wirken einige Passagen weniger fokussiert. Dennoch fangen Stücke wie “Float” oder “Falling Posture” diese Schwingungen rasch wieder auf. MOULD beweisen ein Gespür für Hooks, die sich in den dicht gewebten Lärm schmiegen, ohne dessen scharfe Kanten abzuschleifen.

Auf „Hoping As A Coping Mechanism“ gelingt der Band die Übersetzung ihrer disparaten Einflüsse in eine eigene klangliche Identität. Im Vergleich zu den frühen EPs erweitert die Formation ihren Aktionsradius beträchtlich und verankert die rohe Dynamik ihrer Auftritte in einem sorgfältig austarierten Studioformat. MOULD positionieren sich damit als eigenständige Kraft, die aus der Stagnation des Genres mit spürbarer Vehemenz herausdrängt.

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Schwarz-weiße Aufnahme einer verschwommen stürzenden Person in einem kargen Raum neben einem Stuhl.

MOULD – Hoping As A Coping Mechanism

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Anspieltipps: Misanthrope, Emotive Language, Reshaping Nothing

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