Moby – Destroyed

Zum Jubiläum seines 10. Studioalbums hat sich Moby selbst ein kleines Geschenk zukommen lassen: Das neue Werk ‚ Destroyed ‚ handelt über verlassene Flughäfen und einsame Hotelräume. Und damit das nicht alles sein muss, gibt es dazu ein gleichnamiges Photoalbum mit eigenen Arbeiten, die der selben Thematik zu Grunde liegen. Die gebundene Ausgabe umfasst 128 Seiten und enthält 55 Fotografien, die Moby auf der ganzen Welt aufgenommen hat. Betrachtet man nun einmal das Album und daneben die Photographien, darf mit Recht behauptet werden, die Schnappschüsse des talentierten Photografen aus dem zusammenhangslosen Leben auf Tour gestalten sich wesentlich spannender als die 15 Tracks. Natürlich entsteht in Kombination eine gewisse Intensität, doch für den Hörer dürfte nunmal die Musik von größerem Interesse sein als die zu sehenden Landstriche. Es bleiben Momentaufnahmen bei denen man schlussendlich selbst hätte dabei sein müssen. Man kennt die langwierigen Erzählungen der Nachbarn, die unzähligen Bilder und am Ende bleiben es nunmal einfach nur Bilder. Ohne Emotionen, ohne verknüpfende Erlebnisse. Die Musik erfüllt währenddessen den Vordergrund und glänzt besonders im zweiten Stück ‚ Be The One ‚ durch atmosphärische und abwechslungsreiche Vocals, der sauberen Produktion und der subtilen Kombination, die glücklicherweise nicht versucht hat, alles neu, aufregend und innovativ gestalten zu müssen. Insgesamt fällt es jedoch schwer, die Tracks auseinander zu nehmen. Es fühlt sich wie eine zusammenhängende Masse an, deren Unterscheidungswert durch die Jahre auf ein Minimum reduziert wurde. Erst mit dem geziehlten Blick auf die winzigen Details lassen sich kleine Individuen erkennen: ‚ Stella Maris ‚ und ‚ After ‚ bedienen sich der eindrucksvollen Lehre, einer klaren Dynamik und offenbaren den elektronischen Mittelpunkt von ‚ Destroyed ‚. Die Musik von Moby erklingt in diesen Tagen tatsächlich wie die Reise durch schlaflose Nächte. Überzeugen mag sie am Ende trotzdem nicht. Die Songs zerfließen in endlose Weiten, verlieren den Fokus und treten dem Betrachter mit einer gewissen Befremdlichkeit gegenüber. So könnte man den Sound auf ‚ Destroyed ‚ zusammenfassen, oder wie Moby selbst erklärte: „The music on the album (i still call them „albums“…) was primarily written while on tour. and, for the most part, the music on the album was written in hotel rooms at 3 a.m when i was wide awake with insomnia and everyone else on the planet was, as far as i could tell, sleeping.”

5.5