The Rumble Strips – Welcome To The Walk Alone

Tavistock, Devon. Südwestlich in England gelegen, ist das der Heimatort der fünf Rumble Strips. Sie heißen Henry Clark, Tom Gorbutt, Matthew Wheeler, Sam Mansbridge und Charlie Waller. Letzter war eines der Gründungsmitglieder der Rock’n’Roll Gruppe Vicent Vicent And The Villians. Ebenso wie diese Band, verhält sich in etwa auch das Projekt der Rumble Strips. Sie klingen typisch englisch, sehen typisch englisch aus und haben typisch englischen Humor. Eigenschaften die sich vor zwei Jahren mit der Debütplatte ‚ Girls And Weather ‚ wunderbar in die zweite Indie Pop Welle einfügen konnten.

Doch hatten damals die Rumble Strips überhaupt kein Interesse, Ihre einzigartige Chance wahrzunehmen um Ihren markanten Sound berühmter zu machen. Und das nur, weil Sie es gar nicht mussten. Sie klangen unbekümmert, erfrischend, ironisch, ausgelassen, locker und bisschen wie die Kaiser Chiefs zu Ihren besten Zeiten. Charlie Waller erinnert zudem an den Geist von Andy Williams und die Walker Brothers und verhalf dem Album weder Dampf noch Charme zu verlieren. Es war einfach gesagt- ein Album für Erwachsene. Eine phantastische Vorstellung, eine Formel die funktionierte und Ihren Höhepunkt in ‚ Motorcycle ‚ fand. Warum mit der neuen Platte etwas ausschweifender über das Vergangene erzählt werden kann?

Nun ja, über das neue Werk ‚ Welcome To The Walk Alone ‚ lässt sich leider nicht viel schreiben. Die Platte gibt sich mit sehr wenig Inhalt zufrieden, bleibt emotionslos und ohne jegliche Identität. Die fünf Jungs aus Devon haben sich zur sehr auf die Produktion verlassen. Haben Ihre Seele an Mark Ronson verkauft, ein wahrlich guter Deal für den 33jährigen New Yorker. Hier reiben sich nun nett anhörende und makellose Pop Melodien aneinander, lassen die nötige Tiefe und Komplexität der ähnlichen Retro-Noir-Rückblenden, wie es die Last Shadow Puppets erfolgreich vertreten, gänzlich vermissen und bringen für diesen Misstand ein Beispiel nach dem anderen. ‚ London ‚ folgt einem verhaltenen Galopp zwischen Vers und Rhythmuseinlagen und ja, warum stellt sich Sänger Waller nur dauernd diese eine Frage: „Why can’t I love you in London?“

Diese Antwort dürfte sich zumindest er insgeheim selbst ausmalen können. Langeweile regieren die 30 Minuten und nur selten schaffen Stücke wie das groovende ‚ Not The Only Person ‚ die so dringend benötigte Abwechslung. Da konnte auch der Super-Produzent Mark Ronson nicht viel ausrichten. Er ließ seinen expansiven Produktionsstil in die Songs einfließen und trägt maßgeblich zur Gestaltung bei. Auch wenn die Songs auf ‚ Welcome To The Walk Alone ‚ Ihre einzigartige Mischung aus Soul und Ska nicht ganz aufgegeben haben, sind Sie keineswegs mehr so dominierend und stilprägend wie noch zu Zeiten Ihres Debüts ‚ Girls And Weather ‚. Das zweite Werk präsentiert sich wie die Wahl zwischen einem kleinen Plantschbecken, in dem Platten wie diese herumtreiben und dem großräumigen Pool, mit all seinen Herrlichkeiten und aufstrebenden Indie Bands von Morgen. Wer würde hier schon Ersteres in Betracht ziehen?