The Bishops – Sojourn

Sprachen wir letzte Woche noch über das phantastische Werk der Shutes aus England (gemeint ist an dieser Stelle die Compilation des Berliner Labels Snowhite), begegnen uns heute die Bishops und zeigen eine musikalische Veränderung, die etwas völlig anderes repräsentiert, als die letzten Veröffentlichungen der Band. Man könnte vereinfacht festhalten: die Anzüge wurden abgelegt, der Look aus den Sixties abgestreift und ein neues Bandmitglied hinzugezogen. Und dieses neue Bandmitglied ist ein weiteres aus der Familie: Alex Bishop, der jüngere Bruder der Zwillinge Peter und Mike. Alex hatte einen starken Einfluss auf den neuen Sound der neuen Platte und war, wie Peter sagte, „eine frische Brise. Als wir alle zusammen anfingen die Songs zu schreiben, spürten wir die Wirkung Ihn hier zu haben“.

Und tatsächlich werden diese Unterschiede zu den ersten beiden Platten schon im Opener ‚ Nowhere To Run ‚ sehr deutlich in den Vordergrund geschoben. Dementsprechend prompt muss auch die Umstellung im Kopf folgen. Die Gitarren rotieren nicht mehr wahnwitzig durch viel zu enge Rhythmen, das Tempo wurde um mindestens drei Takte entschärft und die Tanzflächen müssen zukünftig andere füllen. ‚ Finding Out ‚ vertieft sich anschließend mehr in die Komplexität, ohne jedoch auf anschmiegsame Melodien verzichten zu müssen. Schlussendlich bleiben aber die ersten beiden Stücke hinter den Erwartungen zurück und lassen so manche Qualitäten vermissen. Doch soll das nicht negativ angerechnet werden, The Bishops vollziehen einen musikalischen Wechsel, der natürlich nicht ab der ersten Sekunde funktionieren konnte.

Und in Anbetracht dessen muss ehrlicherweise angemerkt werden, der stilistische Wechsel funktioniert kurz darauf im dritten Stück ‚ Push And Pull ‚ überraschend erfolgreich und auch ‚ Oll Korrect ‚ spielt mit sanften Harmonien, die verträumt in die anstehende Zukunft der Bishops blicken lassen. Mit einem ruhigen und bedächtigen Ausklang in ‚ Headlights (On) ‚ endet schließlich die EP der Londoner und hinterlässt im Hörer erstmal ein verwirrendes Gefühl. Der erste Schritt in neue Gebiete wurde zwar gemeistert, doch müssen wir nun abwarten, wie aussagekräftig die neuen Stücke auf die weitere Karriere der Bishops tatsächlich einwirken können. ;\lsd