MGMT – Oracular Spectacular

Was ist das Debütalbum ‚ Oracular Spectakular ‚ von MGMT? Natürlich die erste große Pop-Platte des Jahres. Eine zischende Himbeerbombe mit unzähligen Stacheln die betörend in unsere Haut stechen. Ein funkelndes Meisterwerk mit phantastischen Ideen und einer großen Liebe zur Musik in all seinen Formen. Es ist ein plündernder Streifzug in der kaleidoskopischen Vergangenheit der Popmusik. MGMT sind ein Duo aus Brooklyn und zelebrieren auf Ihrem Debüt eine Party historischen Ausmaßes. Die Lobeshymnen sind an dieser Stelle übertrieben oder nicht angebracht? Wer in diesen Augenblicken so denken mag, hat sich die Platte noch nicht angehört, oder versteht leider nichts von guter und anspruchsvoller Musik- unabhängig des eigenen Geschmacks. Es beginnt mit ‚ Time To Pretend ‚, der sich wie ein entfernter Cousin von den Flaming Lips, Queen, Supergrass oder Suede anhört und doch jegliche Vergleiche ins Leere laufen lässt. Währenddessen gibt es sarkastische Parabeln über die Träume einer höheren Lebensqualität. Produziert wurde von Dave Fridmann, der unter anderem auch mit den Flaming Lips und Mercury Rev unterwegs ist, entstand durch seine extra vagante Art zu produzieren, eine glamouröse Mega Produktion die besser hätte nicht sein können. Eingängig und sommerlich warm präsentiert sich die Platte zu Anfang, kein unerwarteter Sturm, ja nicht einmal ein kühles Lüftchen ist hier zu spüren. Durch und durch präsentieren sich MGMT von Ihrer schönsten Seite, verarbeiten schimmernde Keyboard Melodien mit verzerrten Drums und haufenweise eigenen kleinen Klang Experimenten, die allesamt stückchenweise in den Songs verarbeitet wurden. Die Refrains der beiden sind auch eine kleine Welt für sich, man möchte mit einem lächeln auf den Lippen darin versinken, nie wieder auftauchen und jeden einzelnen der Klänge in sich aufsaugen. ‚ The Youth ‚ besticht damit seine Hörer auf besondere Art und Weiße und gehört mit seinem Refrain zu dem schönsten der Platte der, Gott sei´s gedankt, in zwei gefühlten Minuten wiederholt wird. ‚ Electric Fee ‚ führt den Gold glänzenden Faden der Hit Palette weiter und übergibt Ihn ‚ Kids ‚. Dieser vermittelt auf ganz eigensinnige Art und Weiße den Gedanken einer perfekten und farbenfrohen Welt wieder. Inmitten von bunt geschminkten Menschen, die mit Lippenstift, Lidschatten und einer Puder Dose in der Hand durch Regenbogen artige Landschaften hüpfen, ensteht langsam aber bestimmt eine Trendwende der herrschenden Stimmung. Die Farben weichen langsam dem tristen Grau einer früh morgentlichen Nebellandschaft. ‚ 4th Dimensional Transition ‚ kann dennoch mit seinem psychodelischen Herkünften gegen Mitte des Songs ein Sonnenloch durch den grauen Dunst schneiden. ‚ Pieces Of What ‚, der letzte sehr eingängige Song auf ‚ Oracular Spectakular ‚ überzeugt bis gegen Ende hin mit einer Instrumentalen Einlage bevor es MGMT ab Minute Zwei noch einmal herrlich sommerlich werden lassen. Bis dahin eine bewundernswerte Gesamtleistung der zwei Herren aus Brooklyn ohne Ausfälle oder auch nur einen erkennbar schwachen Moment. Erwähnenswert ist es leider jetzt schon, da die letzten drei Songs allesamt diese Klasse schmerzlichst vermissen lassen. So endet mit ‚ Future Reflections ‚ ein fast perfektes Werk, mit vielen Überraschungen und noch mehr schönen Momenten die hoffentlich auf dem Zweitlingswerk Ihre Fortsetzung finden werden.