Battles – Juice B Crypts

Das vierte Studioalbum „Juice B Crypts“ wurde von Chris Tabron produziert. Musikalische Gäste darauf sind Jon Anderson, Sal Principato, Xenia Rubinos, Shabazz Palaces, Prairie WWWW und Tune-Yards. Vielleicht, oder auch gerade deswegen erobert das neue Album der Battles den Funk. Es war nicht immer offensichtlich, aber seit ihrer Gründung im Jahr 2002 befanden sich die Battles auf einer allmächtigen Suche nach dem Funk. Auf „Juice B Crypts“ haben sie es vielleicht gerade gefunden. Wie ein Kolibri im Flug lassen die Battles dabei ihre komplexen Kombinationen sorglos und schwerelos aussehen. 

Es ist eine Energie, die konstant ist – unbeeinflusst von der Tatsache, dass die Band seit ihrer Gründung immer kleiner geworden ist. Der Sänger Tydonai Braxton ist 2010 gegangen und 2018 auch der Bassist Dave Konapa. Wie kann eine Band, die auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe geschrumpft ist, ihr charakteristisches Gefühl von komplizierter Leichtigkeit bewahren? „Juice B Crypts“ antwortet mit 11 knotigen, elektronischen Rätseln. Es ist eine Antwort, die weniger eine Widerlegung der Frage als vielmehr eine Ablehnung dessen ist, warum sie überhaupt gestellt werden muss. 

Der erste Track „Ambulance“ beginnt mit dem, was sich anhört, als hätte ein Nintendo 64 eine Fehlfunktion, bevor er sich kopfüber in einen treibenden Rhythmus stürzt und sich dann in eine brustschlagende Bassline verwandelt. Auf der ganzen Platte vertieft sich das Duo in alle Arten konzeptioneller Verrücktheit, überfüllt mit Ideen von Technologie, Unterwürfigkeit und Endlosschleifen. Wie zu erwarten gibt es dazwischen jede Menge Pieptöne und Bloops, aber darunter ist ein betörender, wenn auch etwas bizarrer Groove. Dieser neu entdeckte Funk ist nirgendwo so offensichtlich wie bei „Titanium 2 Step“ und „Izm“.

„Titanium 2 Step“ ist die Destillation der Vermählung von Seltsamem und Grinsendem. Die Einfachheit und Freude des Tracks kommt von seiner reduzierten, wiederholten Gitarrenlinie, während alle Arten von elektronischer Zauberei, kreischendem Hintergrundgesang und fremdweltlichem Rauschen ein Universum dahinter kreiert. Und während wir es hören, hören wir auch den Sound einer Band, die nach mehr als einem Jahrzehnt weiter kreiert – mit Verlust, ja, aber auch Freude und mit Freiheit.